Staatsschuld. 1öS
Privilegien und Freiheiten, zog Arbeiter insLand, undließ fähige Subjekte fremde Fabrikplähe bereisen. ImJahre 1786 verbot er die Einfuhr aller derjenigenfremden Fabrik- und Manufaklurwaaren, welche inseinen Ländern schon hervorgebracht wurden, oder erstdarin im Entstehen waren. Der OesterreichischePassivhandel war fast nur allein auf rohe Produktefremder Länder eingeschränkt. Der Erwerbfleiß nahmmit so raschen Schritten zu, daß man selbst die Vor-nehmsten des Landes entweder selbst als Unterneh-mer von Fabriken und Manufakturen auftreten, oderdie Anlagen Anderer durch Theilnahme oder Vor-schüsse unkerstühen sahe. Eine Fabrik folgte verändern,so auch eine Manufaktur der andern, und es möchtejetzt wohl keinen Artikel mehr geben, der nicht in Wien,überhaupt im Oesterreichischen Staate erzeugt würde.Große Vervollkommungen und Verbesserungen habendie Wiener Fabriken durch das Einwandern geschick-ter Franzosen während der Revolution erhalten." —Nur erst durch die Erhebung der Industrie verbessertesich der Finanzzustand merklich, und um so mehr, dareiche Privaten aus den vornehmsten Klassen der Be-wohner des Kaiserstaats daran Antheil nahmen, undFabriken auf ihren Besitzungen anlegten. Besonderserweiterten sich alle Fabrikationszweige unter der lan-gen Regierung Kaiser FranzdesZweiten. Hiernur ein Beispiel zum Belege des Gesagten: Zu Kai-ser Josephs Zeiten waren im Jahre 1786 in Wien55 Seidenzeugfabrikanten, und im Jahre 1811 unterdemKaiser Franz 155Fabrikanten und 64Fabriken,und wie haben sich die Fabriken nun nicht bis auf dieneueste Zeit nach dem Befreiungskriege vermehrt, undwie würben sie sich nicht schon früher vor demselbenvermehrt haben und in Flor gekommen seyn, wennnicht die vielen größtenkheils unglücklich geführtenKriege der Oesterreichischen Monarchie mit Frankreich,