162 Staatsschuld.
reicherten—neue Erwerbsquellen zur Verbesserung derFinanzen, welche die nachfolgenden Regenten diesesgroßen Fürsten und Gründers von Preußens Größeweise benutzten. Auch hatte er die Absicht, den Han,del nach auswärts zu befördern, besonders den See-handel, um das Herzogthum Preußen zu heben; dahererwarb er sich die Niederlassung an der GuineischenKüste, und er würdegewißden Seehandel seines Volksnach allen vier Welttheilen ausgebreitet haben, wennihn nicht der Tod an der Ausführung seiner Plänegehindert hätte. Sein Sohn und Nachfolger in derChurmark, der nachherige König Friedrich derErste, war zwar nach der Geschichte kein Held undStaatswirth; allein durch die Pracht und den Glanzseines Hofstaats beförderte er den Flor der neu errich-teten Fabriken und Manufakturen, belebte er Wissen-schaften und Künste, die sich unter seiner Regierungbesonders erhoben. Das Geld wurde durch den Auf-wand des Hofeö in Umlauf gebracht, und die Staats-einkünfte durch Vermehrung der Auflagen und durchneue Ländererwerbungen erhöhet; auch wurden für690,600 Rthlr. Ländereyen durch Kauf erworben, beiwelchen Schulden mit übernommen werden mußten,wie z. B. bei Einziehung der Grafschaft Hohensteinals Lehen; auch setzte man unter seiner Regierung dieBemühungen in Verbesserung der Domainen fort.Die Churmärkischen Domainen allein brachten von1696 bis 1697 222,264 Rthlr. ein. Wenn gleichFriedrich der Erste seinem Sohne und Nachfol-ger, demKönigeFriedrichWilhelmdemErsten,keinen Schatz, sondern statt dessen Schulden hinter-ließ, so segnete doch ein großer Theil der Unterthanensein Andenken, indem sie unter seiner fünfundzwanzig-jährigen Regierung reich und begütert geworden wa-ren. Auch geschah es vorzüglich unter seiner Regie-rung, wo nach dem Wiederruse des Edikts von Nan-