Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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210 Staatsschuld.

glänzenden Hofstaate umgeben, lebte, so wurde auchErstens sehr vernachläßigct, wenn er gleich Pracht«. volle Bauten darin aufführen ließ, der von seinem' Vater gesammelte ansehnliche Schatz geleert, und neuebedeutende Schulden über das Land gebracht, die selbstdurch neue ansehnliche Abgaben, wozu auch die Ein«führung des Stempelpapiers gehört, nicht verhindert,noch vermindert werden konnten, um so weniger, dader Krieg, die Verbindung mit Frankreich gegen Oester«reich, neue Uebel über das Land brachte, indem es vonden Oesterrcichern so hart mitgenommen wurde, daßes den Verwüstungen des dreißigjährigen Kriegeswieder gleich kam. Der Friede, 1714, verändertezwar die Szene, doch konnte der Wohlstand unter sei-ner Regierung, bei allen Bestrebungen von seiner' Seite, eben so wenig unter der Regierung seines Soh-nes Karl Albrecht, von 1727 — 1745, der am24sten Januar 1742 zu Frankfurt am Mayn zumDeutschen Kaiser unter dem Namen Karl der Sie-ben ce gewählt wurde, nicht wieder die ehemaligeHöhe erreichen, besonders da in den letzten Jahrenseiner Regierung, in dem Kampfe gegen MariaTheresia, die nach der pragmatischen Sanktion aufden Kaiserthron gelangen sollte, wieder dieOesterreichecin Bayern hausten und das Land in Elend und neueSchulden stürzten. Bei seinem Tode 1745, wo derKamps noch nicht beediget war, hinterließ er seinemSohne Maximilian Joseph ein zerrüttetes Landund 40 Millionen Gulden Staatsschulden. Der neueChurfürstMaximilian derDrit te war nach demFriedensschlüsse mit Oesterreich, 1747, bemühet, diewieder zurückerhaltenen Länder aus,der Zerrüttung zuerheben, das gedrückte Volk zu .neuer Thätigkeitzu beleben, und so die wieder eröffneten Kanäle der. Industrie zur Verbesserung der Finanzen zu benutzen,um die drückenden Schulden abzutragen. Hierzu wurden