26S Staatsschuld.
Aufwandes auch die Staatskräfte überstieg. Ebenso erfolgreich für die Wissenschaften, Künste und Ge-werbe, ja noch erfolgreicher für die Ersteren, war auchdie Regierung des Herzogs Karl, während welcherder siebenjährige Krieg geführt wurde, der dem Landeviele Opfer kostete. Hiezu kommen nun noch die un-glücklichen Finanzoperationen Schröders gleich nachdem genannten Kriege, um das Land aus seiner Ver-legenheit zu ziehen, die aber 1768 eine Zusammenberu-fung der Landstände zu Folge hatten; allein die von den-selben bewilligte Anleiche reichte nicht hin, die Zinsender alten Schuld zu decken. Sein Sohn und Nach-folger, der Herzog Karl Wilhelm Ferdinand,welcher die Regierung im Jahre 1780 antrat, warsogleich auf die Verbesserung der Finanzen bedacht,die unter der Regierung seines Vaters wegen des zugroßen Aufwandes, wenn gleich zum Wohle der Un-terthanen, in Unordnung gerathen waren. Hierzu kamihm der ansehnliche Brautschatz von seiner GemahlinAuguste, einer Großbritannischen Prinzessin undSchwester König Georgs des Dritten zuHülft;denn es wurde ihm sehr bald möglich einen Theil derStaatsschulden zu tilgen; unter andern auch eine be-deutende Schuld bei seinem mütterlichen Oheim,Friedrich dem Großen, die sein Vater gemachthatte. Auch reduzirte er die Zinsen der Kapitalien,die am Leihhause, an der Kammer, und bei der Land-schaft standen bis auf 2^ Prozent herab, um dadurchden SchuldeutilgungsfondS zu vergrößern. DieseFinanzoperation mißfiel aber dem Volke, weil sich da-durch das Einkommen der Kapitalisten oder Rentiersverringerte, und dieses den Erwerb der Gewerbe-und Handeltreibenden Klassen schmälerte, besondersin der Residenz Braunschweiq; und wenn gleich dieserFürst den Ausfall in dem Gewerbewesen dadurch zudecken suchte, daß er reiche Edelleute an seinen Hof