StaaLsschuldpapierhandel. 33S
nen gleichen Gewinn zu haben hoffte, welches auchzum öfteren gelang, wenn man nämlich die Papiere,bei einem schnellen Steigen derselben, gleich zu einemeinigermaaßen günstigen Course verkaufte; da sich aberviele mit dem Fondshandel garnicht bekannte Leute da«mit beschäftigten, und den Augenblick eines günstigenCourses nicht wahrnahmen oder benutzten, sondern nureinen Zeitpunkt abwarten wollten, wo der Cours nachihren Wünschen stand, so verloren sie oft, stakt zugewinnen, da sie zu einer Zeit zu verkaufen gezwungenwaren, wo der Cours unter dem Einkaufspreise stand.Hierzu kamen nun noch die neuen Krisen in demFondsverkehr mit Wiener und Spanischen Papierenin den 1820r Jahren und anfangs der 1830r Jahre,die selbst einen großen Nachtheil für die Scaatenzeigten, derenBewohner in diesen Fonds spekulirt hatten,und um so mehr, da es Beamten, hauptsächlich aberFabrikanten, Manufakturisten und Handwerker traf,welche dadurch in ihren Gewerben gehemmt wurden,ja dieselben ganz aufgeben mußten. Der vielen Ban«kerotte der Banquiers und Handelshäuser nicht zu ge-denken, die auch in diesen Fonds spekulirt hatten, undfreilich die eingetretenen, dem Fondshandel nachcheili-gen politischen Ereignisse nicht vorhersehen konnten.Die Staaten hatten den Nachtheil, daß dadurch vielGeld aus dem Lande ging, weil auch Staatsbürgerdarin spekulirt hatten, in deren Geschäftskreis derFondS-Handel nicht gehört, und die sich durch die Gewinn-Anpreisungen der Fondsmäkler hatten überreden lassen,fremde Staatspapiere anzukaufen. Denn der Reiz,die Fondspapiere zu 65, 70, 75 kaufen und sie viel«leicht in kurzer Zeit, außer den Zinsen, mit 80, 90wieder verkaufen zu können, läßt nicht leicht in jetzigerZeit, wo der Verdienst in andern Erwerbszweigeneben nicht sehr brillant ist, ein langes Bedenken übrig.— Der Fonds- oder Staatspapierhandel erfordertDer. rechn. Enc. Th. HXV. Z