Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
Seite
354
JPEG-Download
 

354 Staatsschuldpapierhmidel.

viel Umsicht, viel Routine, um nicht bei Betreibungdesselben Verluste zu erleiden, die um so ansehnlichersind, je weniger man darin erfahren ist, und die Künstekennt, welche die Gewinnsucht den unredlichen Verkäu-fern der Fonds, wie z.B. den Stockswucherern, Steck-jobbers, die man nicht nur in England, sondern auchin andern Staaten auf dem Geldmärkte oder derBörse findet, an die Hand giebt. Diejenigen, diebloß Staatsschulddokumente kaufen, um davon Zi».sen zu ziehen oder sich eine Rente zu sichern, werde»natürlich nur dahin zu sehen haben, daß sie unter die-sen Papieren nur diejenigen wählen, die nicht nur diesichersten Zinsen oder Renten geben, sondern derenCours sich auch am wenigsten verändert, damit sie,wenn sie im Nothfall genöthiget sind die Papiere zuverkaufen, daran keinen Schaben, oder doch nur eine»geringen erleiden; indessen hängt auch dieses von Zeit»begebenheiten oder Ereignissen ab, durch welche manoft genöthiget wird, auch beim schlechten Stande derPapiere, sie zu verkaufen. Ganz anders ist es, wennman StaatSpapiere nur auf Spekulation kauft, umsie bei steigendem ober erhöhetem Course wieder mitVortheil zu verkaufen, also um eigentlich mit densel-ben Handel zu treiben, weil man dabei so Mancheszu berücksichtigen hat, welches im Nichtbefolgungslalledem im Staakspapierhandel Unkundigen Nachtheilbringen kann. Man hat daher folgendes zu berück-sichtigen: 1) Sollte jeder Spekulant in Staatspapie-ren, der Banquier und Kaufmann nicht ausgenom-men, in diesem Handel nie sein ganzes Vermögen aufsSpiel sehen, das heißt, er sollte nie über seine Kräftehinausgehen, nie zu viel wagen, sondern nur so vielin Fonds verschließen, daß er auch bei ungünstigennicht vorherzusehenden Conjunkturen in diesem Handelden Verlust ertragen kann, und nicht nöthig hak, nichtnur seine politische Existenz aufzugeben, sondern auch