Staatsverbrechen. SL1
führe; denn sein Gesandtschaft. Charakter sey durchdie unternommenen Feindseligkeiten erloschen. Dader Czaar AlexiuS Michaelowiß durchausKrieg mit Polen haben wollte, und keine Ursache fin-den konnte, so mußte es der Russische Gesandte beimKönige JohannCasimirvon Polen für eine Be-leidigung halten, daßderPolnischeKanzler die Schrei-ben seines Herren nicht mit dem Schnupftuche, wie esSitte wäre, sondern mit bloßer Hand angenommenhabe; auch wurde als Ursache angegeben, daß derPol-nische Sekretair den Titel deöCzaaren nicht recht ein-gerichtet habe. Der König suchte die Russen zu be-sonstigen und erbot sich denselben zur Genugthuungabzusetzen, und den Titel ändern zu lassen; allein dieseshalf nichts, der Czaar wollte ihn ausgeliefert wissen,welches aber die Polen, da er ein naher Verwandterihres Generals Konieckpolski war, nicht zugebenwollten, und dadurch entspann sich der Krieg, indemdre Russen ihn eröffneten, Litthauen verwüsteten, undSmolenks und andere Städte einnahmen. — Alsunter demPabste SixtuS dem Fünften der Spa-nische Hof in Rom die Heiligsprechung des Diego,eines Spanischen Mönchs aus dem Franziskaner Or-den, welche seit einigen Jahren schon anhängig ge-macht worden, betrieb, und ihm dieses auch gegen Er-stattung ansehnlicher Gebühren gestattet wurde, soentspann sich ein Rangstreit zwischen dem Spanischennno Französischen Gesandten. Der Spanische Ge-sandte, Graf Olivarez, hatte sich bisher nie bei ei-ner öffentlichen Feierlichkeit eingefunden, um nicht mitdem Französischen Gesandten, der sich überall einstellte,wegen des Vorranges in Collision zu kommen; alleinbei dieser Canonisation oder Heiligsprechung, die sei-nem Hofe und seiner Nation zu Ehren geschah, schiener nicht gut fehlen zu können, da er eine Hauptpersondabei war. Er ließ daher dem Französischen Gesand-