Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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Staatsverbrechen. 553

Druck zu geben, und dabei die größte Schwierigkeitenfand, besonders von den Geistlichen, und hauptsächlichvon seinen Kardinalen, welche ihm das Vorhaben alseine sehr ärgerliche Nachahmung der Ketzer widerrie-lhen, worauf er äußerste, daß es nicht des Volks we-gen, sondern ihretwillen geschehe, weil sie kein Lateinverständen, so hatten sich auch mehrere Kardinäle die-serhalb an den König von Spanien gewandt, daß erdoch den vorgenommenen Bibeldruck bei ihrer Heilig-keit zu verhindert suchen möchte. Da auch die Spa-nischen Länder in Italien, Neapel, Sizilien undMayland am meisten dabei litten, indem der gemeineMann nun auch die Bibel in seiner Muttersprachezu lesen bekäme, und dadurch in seiner Religion irrewerde. Der Spanische Gesandte in Rom Graf O l i-varez bekam also Instruktion von seinem Hofe, sichmit allem Eifer dagegen zu verwenden, und hielt die«serhalb in einer Privataudienz dem Pabste eine langeund heftige Rede; weil nun Sixtuö immer zuhörte,ohne zu antworten, so sagte endlich der Gesandte:„Ew. Heiligkeit antworten mir gar nichts; ich weißnicht, was Sie denken müssen." Mit zornigen Blik«ken antwortete SixtuS: „Ich denke darauf, ob ichEuch augenblicklich zum Fenster hinauswerfen lassensoll, damit Ihr lernet, wie man mit dem Pabste redenmuß." Damit war die Sache beendiget und die Bi-bel ward gedruckt. Der König von Spanien nahmdiesen Schimpf seines Gesandten, der seine Personrepräsentirte, nicht gut auf, wurde dadurch sehraufgebracht, und beschloß mit Zuziehung seines Ge-wiffensrakhes in seinem Lande ein General Conciliumzu veranstalten, solches vorher dem Pabste anzuzeigen,und wenn dieser nicht einwilligte, dann noch weiter zugehen, und den Pabst selbst vor dieses Concilium zucikiren. Es wurde also dem Gesandten, Grafen Oli«varez, aufgegeben, das Jntimationöschreiben wegen