S62 Staatsverbrechen.
und olle den Körper zerquetschende und zerreiß»Strafen, selbst das Verbrennen, als der Gesiwznicht mehr gemäß, wegfallen; denn rohe, barbarisch,Strafen, gehören auch nur für rohe kulturlose M„,nicht aber für fein civilisirte, bei denen das Gefühl i„Strafe nicht in den Martern liegt, sondern in deck«deövorstellung wegen der begangenen That. Gewiss,und bestimmte Uebel fürchtet und vermeidet ma«MEnde nicht, wenn man sie lange betrachtet. DerSel-dat verliert durch die Gewohnheit die Furcht vor dmTode, auch weil er ihm in einer Schlacht in GeftlWseiner Kameraden entgegen geht, nicht so, einsam ausdem Krankenbette. König Ludwig der Vm>zehnte sagte zu seinen Hofleuten, die um sein Tod-kenbett versammelt standen: „Es ist nicht so schmzu sterben, als ich erwartete." „Kein Wunder, fügt,Voltaire hinzu, als er diese Anekdote erzählte, w,i>alle Menschen mit Sündhaftigkeit sterben, welchemGesellschaft sterben." Die Tapferkeit des SoldMberuhet größtentheils auf die Wirkung dieser Idee aufdas menschliche Herz rc. Die Gefängnißstrasen Dauch von großer Wirkung; denn der Hang oder die Nebgung zu unsern Verwandten und zur Gesellschaft ißeine von den stärksten Empfindungen des menschliche»Herzens. Eine Trennung von diesen ist daher immerals eine der strengsten Strafen angesehen worden, düüber den Menschen verhängt werden kann; daher ißdie Gefangenschaft auch die empfindlichste Strafe, weilsie uns der persönlichen Freiheit beraubt. Wenn auchdie verschiedenen Strafen durch die Gesche bestimmtwerben, so muß das Geseh doch nicht die Straft be-rühren, die auf jedes Verbrechen folgt, damit man sichnicht an den Anblick dieser Strafen gewöhnt, und da-durch die Furcht vor denselben aus Gewohnheit ver-liert. Dann sollen auch die Strafen immer insehung der Grade verschieden seyn, wie es die »eibe -