L98 Staatsverbrechen.
gene nicht gesehen werde,war so groß, daß man,rvenndn-selbe etwa zum Verhöre geführt, das heißt, wennnso glücklich war, verhört zu werden, oder zum Arzt,Herabkommen mußte, wenn er noch gehen konnte, Mwenn er zum Spazierengehen herabgeführt würd,jedesmal die Fenster des mittleren Theils des Schles-ses, wo sich der Stab aufhielt, wo die Küchen waren,und wo man Fremde einließ, augenblicklich mit Vor-hängen, Fensterladen und Jalousien bedeckte, damitNiemand von dort aus den Gefangenen sehen konnte. ,Man suchte überhaupt ein undurchdringliches Dünke!in der Bastille zu erhalten, so baß Niemand wußt,wer in derBastille war,ja, daß selbst dieGefangenen untereinander keiner von dem Andern etwas wußte, so sa-ßen oft mehrere aus einer Familie dicht neben einan-der, ohne es zu wissen. — Was den Gottesdienst an- ^betraf, so ward täglich früh um neun und Mittagsum zwölf Uhr Messe in der Kapelle derBastille, welchein dem großen Hofe zu ebener Erde war, gelesen.Um der Messe beiwohnen zu dürfen, mußte der Gefan-gene ein für allemal Erlaubniß dazu haben. Nichtmehr als fünfGefangene auf einmal konnten dieMeßemit anhören, aber auch hier nicht in Gemeinschaft,sondern jeder ward in ein Kabinett von der Größe ei-nes Schilderhauses gesperrt, wovon drei in der Mauereingehalten, die übrigen zwei aber von Holz erbauetwaren. In einem solchen Schilderhause konnte derGefangene von den Hauöoffizianten der Bastille,welche die Messe mit anhörten, nicht gesehen wer,den; denn das Fenster dieses KapellenkäsigeS warinwendig und auswendig mit eisernen Gittern ver-sehen, und dann noch eine Gardine vorgezogen, dienur während des Theils der Messe, wenn der Prie-ster die Hostie weihet, aufgezogen ward. Von außenwar das Schilderhaus mit einer starken, durch Eisen