602 Staatsverbrechen.
die an jedem Abende diesem Offiziere eingehändiget wn>den mußten. Der Schlüssel zu dem Zimmer wardnun herausgesucht, dann ward der Oberchirurgus gr>weckt und auch zugleich der Kapellan. Alle diese Lenkmußten sich nun erst ankleiden, und so vergingen beinah!ein Paar Stunden, ehe der ganze Zug mit großemGeräusche, welches in der Nacht für manchen nochwachenden Gefangenen fürchterlich war, in dasZimnindes Hülferufenden gelangte, der unter dieser Zeit oftschon todt seyn konnte, besonders bei einem Schlag-fiusse rc. — Der Milikair-Etat der Bastille; denn Al-les ging in diesem Gefängnisse, wie in einer Festung,militairisch zu, war folgender: Der Gouverneur odrrKommandant, der Lieutenant des Königs oder Unter-Gouverneur, ein Major, ein Adjutant, ein Staats-chirurguS, ein Ober-, und zwei Unterkopellane, und einBeichtvater. Der Gouverneur hatte ein starkes Ge-halt vom Könige, und außer diesem noch die obener-wähnten Kostgelder, die man in Silber auf 50,000LivreS (an 13000 Rthlr.) rechnete. Der Untergouver-neur hatte jährlich 1300, der Major 1000, der Adju-tant 450, der Stabschirurgus 300, der Oberkapellaneben so viel, jeder der Unterkapellane 100, der Beicht-vater 250 Rthlr. stehendes Gehalt. Die Militair-wache bestand aus einer Kompagnie Invaliden von100 Gemeinen und Unteroffizieren, aus zwei Haupt-leuten und einem Lieutenant. Der Gemeine erhielt,außer der Montur und kleinen Montirungsstücken, auchHolz, Licht und Salzunenkgeldlich, und lOSouS oder3^ Gr. täglich. Weder Offiziere noch Gemeine dür-fen, ohne eine besondere Erlaubniß des Gouverneurs,ausserhalb der Ringmauer der Bastille in der Stadt,nicht einmal zu Mittag oder Abend, essen, geschweigedenn über Nacht ausbleiben. — Die Bastille kostetedem Staate an stehendem Gehalte und andern Aus-gaben jährlich 100,000 LivreS (an 30,000 Rthr.)