604 Staatsverbrechen.
sel kamen, also zusammen, ohne die Kellergefängnisse,für jeden Thurm sechsunddreißig Schlüssel, so daß je.der Thürschließer zweiundsiebzig Schlüssel in Verwah-rung hatte. Die Schließerstellen bekamen gewöhn- ^lich bie Lakeien der Gouverneure, als Belohnung ihrerDienste; aber auch diese Belohnung erhielten sie nichtumsonst; denn sie mußten beim Antritte ihrer Stelleein Geschenk machen, oder einem Günstlinge ein Ein-kommen versichern. Selbst die Wasche war ein Ge-genstand der Gewinnsucht dieser Art. Die besoldeteWäscherin bekam vom Könige ungefähr im Durch- ^schnitte drei Sous für ein Hemde; sie trat aber ihrPatent an einen Unterhändler ab, der ihr den drittenTheil des Einkommens ließ, und die Wäsche der Ge-fangenen für zwei Souö abschabte. So wie dieserbei den Unterosficianken zuging, so war dieses auch bei ^den obern der Fall. Die Königliche Lieutenantsstellebetrug, wie oben angeführt worden, 1300 Rthlr., nach >Andern 2000 Rthlr. (an 8000 Liv.), und diese Stelle !oder dieses Amt kaufte Einer dem Andern für eine ^namhafte Summe ab, und der zeitige Bescher zahltedennoch seinem Vorgänger eine gewisse nicht unbe«trächtliche jährliche Pension. So z. B. bezahlte derUnter-Gouverneur zurZeit derHaftLinguetS seinemVorgänger eine jährliche Pension von 1000 Rthlrn.So hatte der Gouverneur von Launay seine Stellevon dem Grafen vonJümilhac fürl00,000Rthlr.baar erkauft, und dabei wurde noch die Heirath sei-ner Tochter, die für eine reiche Erbin gehalten ward,mit dem Sohne des Grafen ausbedungen. So wur-den gleichsam die Aemter oder Stellen der Bastilleund auch Personen gleich Waaren auf dem Markteer- und verhandelt, und dieses auf Kosten des Staatöund her Gefangenen. Nach dem vorher erwähntenSchriftsteller soll man eine wahre Hökeccy mit denAemtern getrieben haben, und dieses hätte immer noch