606 Staatsverbrechen.
Richtern übergeben habe, und dann zuleßt, baß er vonAllem, was er in der Bastille gesehen, gehört, underfahren habe, nichts entdecken wolle." — Dieseswar nun die Verwaltung der Bastille, die als Staats-gefängniß zu ihrer Zeit ein so großes Aufsehen machte,und in deren Schooße Manches vorging, was vielleichtdie geheimen Memoiren dieses Gefängnisses nicht ein-mal aufgenommen hakten. — Daß die Fürsten Deutsch«lande damals keine Bastillen haben erbauen lassen,da doch Alles nach Französischem Fuße eingerichtetwurde, ja man selbst in den vornehmen und reichenHäusern auf Französischem Fuße lebte, scheint Liu«guet zu befremden; denn er sagt in seinem oben an«geführten Werke (Deutsche Übersetzung, S. 144):„In Deutschland herrschen die Fürsten, im Ganzenbetrachtet, ziemlich despotisch, in dem Sinne nämlich,der gewöhnlich mit diesem Worte verbunden wird, daöheißt: daß keine wirkliche Grenzlinie weder den Ge«brauch, noch den Mißbrauch ihrer Gewalt einschränkt;und doch haben sie weder Bastille, noch eine andereähnliche Einrichtung. Niemand kann eö ihnen wehren,sich diesen Zeitvertreib zu machen. Es sey nun aber,daß dergleichen Gedanken nur den Ministern großerStaaten einfallen können, oder daß die Zuflucht zumKaiser oder den bestehenden Gerichtshöfen, und dieBesorgniß, diesen Schreckbildero zu viel Einfluß einzu«räumen, welche die Gelegenheit, sich hervorzuthun, nichtunbenutzt lassen würde, die Eigenthumsherren diesergroßen Lehne in Schranken halten; oder auch, daßdas folgsamere Volk, daö geduldig, und im Ganzennoch wenig aufgeklärt ist, auch nicht sehr leidenschaft-lich fühlt, ohne eine solche Unterjochung zureichen-'den Gehorsam beweise, so glaube ich, daß vomRheinebis zu der Oder es keine Bastille giebt, als Spandau."— Ein hübsches Kompliment für unöDeulsche, noch amEnde des 18ten Jahrhunderts, (1783) für halbe gefühl-