Staatsverbrechen. «09
nur zu oft vernachlässiget; indem man Alles gut genugfür sie halt, wenn es auch schon angegangen und halbverdorben ist, wie dieses oben bei der Beköstigung derGefangenen in der Bastille zu sehen ist, wo selbst dernoch gut bezahlte Tisch nur größkentheils unschmack-hafte und verdorbene Speisen enthielt; und gesetzt auch,dieses sey von einigen Gefangenen im Einzelnen über-trieben angegeben worden, so ist es doch im Ganzenwahr, weil alle Berichte mehr oder weniger damitübereinstimmen, und wo Einige das Essen für gut inihrem Gefängnisse hielten, da waren es auch Be-günstigte, wie die F ra u vonStael, die auch,wie sie erzählt, ihr Zimmer tapezieren lassen konnte; siehatte aber diese Vergünstigung einer großen Fürstin zuverdanken, deren Liebling sie gewesen seyn soll; unddann kam es auch auf die Klasse an, in welcher sie bekö-stiget wurde, oder zuj welcher sie wegen ihres Beitragesgerechnet seyn wollte.— Vieles, was oben in der Ver-waltung der Bastille gesagt worden, ist auch jetzt nochals zweckmäßig bei der Verwaltung der Staats- undanderen Gefängnisse gefunden worden. Alle Schrift-steller, und besonders medizinische, die über den Ge-sundheitszustand der Gefangenen und über die Kerker-luft geschrieben haben, kommen darin überein, daß inden Gefängnissen so viel als möglich eine reine Luftherrschen müsse, und dieserhalb seyen in den FensternVentilatoren anzubringen; und wenn gleich bei Staalörgefangenen nur ein Individuum ein Gefängnißzimmerbewohne, so sey es doch nöthig, weil die Kerker nurklein wären, dadurch die Zimmerluft, besonders dadarin geschlafen, der Urin gelassen, auch wohl einNachtstuhl darin gehalten werde, öfter zu reinigen.Hierzu komme nun noch, daß wenig oder gar keine' Zugluft darin unterhalten werden könne, weil die Thü-ren verschlossen seyen, also schon dieserhalb müßten dieFenster stets im Sommer geöffnet werden, und imDer., rech Enc. Lh. 6LXV. Q g