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Staatsverbrechen.
wird, so daß ein Jahr der Freiheit sich zu zwei Jahrenin einen Kerker eingesperrt auszudehnen scheinen; und, nun bei einer langen Gefangenschaft, die über ein Jahr-zehn hinausgeht, welche Qualen bei der Sehnsuchtnach Freiheit für denjenigen, der sie vorher in ihmganzen Fülle genossen hat. Dieses sind die Martern,die der Staatsgefangene empfindet; dieses sind seineSchreckbilder; aber nicht mehr Schloß und Riegel;nicht das Knarren und Rasseln der schweren Kerker-thür in ihren Angeln; nicht die eisernen Gitter an sei-nem Fenster, welche oft nur so viel Tageslicht hinein-dämmern lassen, als nöthig ist, um die alten russigenWände zu erblicken; nicht die Stille, wie in Grüf-ten rc. Die Aufklärung hat diese äußeren Schreckbil-der verscheucht, wie sie die sonst öden und schreckbarmKirchhöfe zu Lustgärten und Erholungsplätzen, und dir ^sonst so gefurchteren und geflohenen Bedienten derHochgerichts zu friedlichen Mitbürgern gemacht hat.Sie hat Riegel zerbrochen, und Fesseln geiöst, Mattemverwiesen, und Thränen gestillt; ober nicht daSNagmin den tiefen Gründen des Gewissens beruhiget, unddieses ist für den Bösewicht, den wahren Verbrecher,die eigentliche Marterkammer; für den leichtsinnigen,minder schuldigen, und schuldlosen Gefangenen ist esnur der Verlust jener Freiheit, nur der Verlust desUmganges mit denjenigen, die ihm lieb und theuersind.— In der Baststle war selbst die Uhr derselben,die auf dem Hofe zu sehen war, ein Schrcckbild derauf dem Hofe herumgehenden Gefangenen, wenigstenssollte sie es seyn; sie sollte den Gefangenen an seineGefangenschaft erinnern. Es war eine Sonnenuhr,und die Verzierungen daran waren zwei mir Kettenbelastete Personen, Mann und Frau. Nämlich diebeiden in Stuck gebildeten Figuren unterstützten dieSonnenuhr, und hatten um den Hals, um die Händeund Füße, und um die Mitte des Leibes Ketten aus