Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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Staatsverbrechen. 641

Stuck, deren beiden Enden gleich einer Guirlande denganzen Umfang umschlangen und in einen großenKnoten zusammenliefen. Eine große Ueberschrift mitgoldenenBuchstaben in schwarzenMarmoreingegraben,berichtete dem Gefangenen, daß er dieses Kunstwerk,welches ihn an seinen Kerker und Ketten erinnert, undden Dichter, daß nicht Rosenketten, sondern eiserneBande Mann und Weib umschlingen, dem HerrenRaimond Gualbert vonSartine rc. zu verdan-ken habe. Auch das Zimmer, welches Linguet inder Bastille als Gefangener bewohnte, war mit derZergliederung der Leidensgeschichte inOcherfarbe, alsoin Graugelb gemalt. Nach dem genannten Schrift-steller, war es ein Maler oder Dilettant der Malerey,welcher diesen Kerker vor ihm als Gefangener innehatte, und der seiner mit der Gefangenschaft undallen daraus fließenden Martern beschäftigten Phan-tasie hier freien Spielraum ließ, indem ihm erlaubtworden, diesen Ort nach seiner Manier zu dekoriren,wozu man ihm wahrscheinlich nur eine dem Gegen-stände und dem Zimmer angemessene Farbe hat zuge-stehen wollen, welches um so unangenehmer auf denBeschauer wirkte, da die Farbe dieses einfarbigen Ge-mäldes durch die Dunkelheit des Zimmers noch harterwurde. Es waren schmerzliche Stellungen und Zu-rüstungen zu Martern in acht Feldern, die an das so-genannte heimliche Gericht und an die Sambenitoserinnerten. Dergleichen Gemälde wären nun nochSchreckbilder, wenn sie als Deckenstücke in den Ker-kern angebracht würden; sie müßten dann aber auch,um eine vollkommene Wirkung oder einen tiefen Ein-druck auf den Gefangenen zu machen, einfarbig seyn,das heißt, aus einer Farbe gemalt, wie Grau in Grau,Gelb in Gelb rc. Auch dergleichen Sinnbilder irrStein gehauen und in Stuck geformt auf dem Gefäng-rüßhofe aufgestellt, und an den Gebäuden angebracht,Gec. tech. Enc. Th. 6I^XV. S s