Band 
Hundert fünf und sechzigster Theil welcher die Artikel Staatsschuld bis Staatsverwaltung enthält.
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644 Staatsverbrecher.

dem Feldmarschall Apraxin gehandelt, und Letzterer,wahrend der Krankheit der Kaiserin, die Russisch!Armee gegen Preußen in dem siebenjährigen Krug,an die Grenzen des Reichs zurückgeführt. Als mdie Kaiserin von ihrer Krankheit sich wieder erhellhatte, so war ihre erste Frage: wo sich ihre Armee bk-finde? und sie erstaunte nicht wenig, als sie hörte, Laßsie an der Grenze des Reichs stehe; indessen überzeugnsich die Kaiserin bald, daß hier ein geheimes Verständ-niß zwischen den beiden oben erwähnten Staatsbewten Statt finden müsse; allein sie hielt die Sache mitihren Vertrauten geheim, von denen sie auch erfuhr,daß von den Partheyen in St. Petersburg, es die ei«!mit dem Großfürsten, die andere mit der Großfürst!«hielt; allein die größte Parthey der Kaiserin Genesungsehnlichst wünsche. So wie nun der Kanzler Be-st» scherv der Kaiserin Genesung erfuhr oder wenig-stens, daß sie außer Gefahr sey, so fand er für gut,sich von diesem Augenblicke an für krank auszugebenund das Zimmer zu hüten. Es liefen nun täglichvon Seiten des Hofes häufige Erkundigungen nachseinem Befinden ein, und die Antwort war beständig!daß er sich noch nicht besser befinde. Vierzehn Tagehatte nun der Kanzler bereits sein Zimmer gehütet,als die Kaiserin Elisabeth sich wieder im Staudebefand, den Conferenzen in dem geheimen Kabinettebeizuwohnen. Eines Morgens traf Einer von denKabinettscourieren im Hotel des Kanzlers ein, und er-kundigte sich im Namen der Monarchin, wie sich derGraf befinde, wobei er sich zugleich des Auftragesentledigte, daß die Kaiserin ihn Nachmittags in dergeheimen Conferenz zu sehen hoffe, weil sie seines Rathsin wichtigen Geschäften bedürfe. Die Antwort desKanzlers war diejenige eines Hofmanns, wobei er zu-gleich zu erkennen gab, daß es ihm bei seiner großenSchwachheit unmöglich sey, das Zimmer, geschweige