646 Staatsverbrecher.
sich die genannten Herren von der Kommission zurUntersuchung des Kanzlers Angelegenheiten in Bezie-hung auf das von ihm begangene Staatsverbrechensetzten, und einigen Soldaten von der Wache beschien,sie zu erbrechen. Der ganze Tisch war nun mit Briefenübersäet, die mit der größten Genauigkeit durchgesucht,die wichtigsten, welche für das Vergehen zu sprechenschienen, nach dem Durchlesen bei Seite, und dieÜbrigen wieder in die Chatulle gelegt. In dem daransioßenden Saale, der ganz mit Soldaten angefülltwar, befand sich nun der Kanzler selbst in derMitte der Wachen ganz kraftlos auf einem Sichle,worauf sie ihn gefetzt hakten, nachdem er vomSchloßbis dahin von ihnen begleitet worden. Die Ordenund Ehrenzeichen waren ihm abgenommen, auch dieTaschen durchsucht worden, wobei ihm die Kleidungs-stücke beinahe vom Leibe gerissen waren. Nach deindritten Tage wurde nun auch der Kammerdiener, vondem, wie schon oben bemerkt worden, diese Nachrichtherrührt, eingesperrt, da man wahrscheinlich aus einige»Briefen des Grafen ersehen hakte, daß er im besondernVertrauen desselben gestanden, und mit Bedrohung derKnute und der schrecklichsten Todesstrafe aufgefordert,Alles zu entdecken, was er von den geheimen Verständ-nissen des Grafen wisse. Der Prozeß wider denGrasen wurde nun, da sich hinlängliche Beweise sei-ner Schuld vorfanden, geführt, und derselbe auf seineGüter verwiesen. — Auf diese Weise, wenn auch miteinigen Abänderungen in manchen Staaten, geschiehtnun die Vorladung und Einziehung oderJnhastirunzder hohen Staatsbeamten, wenn sie sich der Verbrechengegen den Staat zu Schulden kommen lassen. Es isteine besondere Gnade des Monarchen, wenn er einensolchen Staatsverbrecher, nach überwiesener That, derweiter« Untersuchung und Verurtheilung entzieht, >h"seiner Dienste entläßt, und aus der Nähe des Hosts