6S2 Staatsverwaltung.
großes Ansehen gehabt; allein ich habe auch in ei-nem Augenblicke erfahre», daß solches Alles nichtigund mit einem Falle zu Grund und Boden gegangmist. Auch habe ich zugleich erfahren, daß damit alleAbgunst erloschen ist, wclcke so hoch gestiegen war,daß mancher mich z» vertilgen mir angedrohet, ob-gleich ich für die Wohlfahrt des gemeinen Wesensgearbeitet, und nach nichts Anderm gestrebt habe, alsdie Gunst meines Gebieters zu erlangen, und wederum die Gunst der Großen mich bekümmert, noch auchwissen wollen, was es sey, wenn man des PöbelsHerzen und Willen gewonnen hatte, sondern einzig undallein mich auf dasjenige beschrankt, was meines Am-tes ist. Jetzt aber sollen alle verdrießliche Sorgenweit von mir weichen; ich bin entschlossen, mein Schiff-lein in einen sichern und windstillen Hafen, zu fuhren;es kommt endlich die Zeit, wo sowobl das Gemein-wesen, als auch das Volk erkennen werden, wozu ichihnen nützlich gewesen, und dann erst wird Zuneigungund Gunst, wenn auch zu spar, start der Abgunst sichzeigen. Uebrigenö bin ich wegen meiner eigenen Wohl-fahrt nicht so begierig, daß ich diese mir und durchden Schaden und Unglück meines Vaterlandes begehrensollte, sondern ich wünsche vielmehr, o großer Gorr!daß das Heil und Glück Frankreichs immer in guremWohlstände beruhen, und weder ich dasselbe umgekehrtsehen, noch dasselbe wieder Ursache haben möge, michzu bereuen. —
Man gewahrt hier ausSully's Darstellung seinerFinanzverwaltung, welchen Gewinn die Regierung unddas Volk aus einer Ausgeführten Verwaltung ziehen,und besonders tritt die gute Führung hervor, wennderselben schlechte Verwaltungen gegenübergestellt wer«den, wie sie in Frankreich vor der Revolution nichtselten waren. Allein nicht bloß die gute Verwaltungder Finanzen, wenn sie gleich die Seele in den StaatS-'verwalrungözweigen ist, und sich alle zu ihr hinneigen,
und derselben entweder Nahrungsmittel reichen, oder
von ihr gespeist werden, ist hinlänglich zum Gedeihen,