Staatsverwaltung. 709
geändert, sondern solche vielmehr noch befestiget. AlleStaatsverwalter u.StaatSverwaltungSkundige, welcheGelegenheit hatten, dieses Kollegium in seinem Inner-sten kennen zu lernen, kamen darin überein, daß es einkünstlich ersonnenes, und musterhaft geführtes Meister-werk gewesen sey, wodurch man von allen Landesgerschaften eine einfache und klare Uebersicht gewonnenhatte, statt daß vor diesem Kollegium die höchste Ver-wirrung in diesen Geschäften Statt fand, indem kein-Ineinandergreifen, keine Ordnung, und keine klareUebersicht erhalten werden konnte. Mit diesem neuenDirektorium war auch die Umformung der Kammernin den Provinzen verbunden, indem sie nach überein-stimmenden Grundsätzen mit dem Direktorium han-deln mußten, um dieses in den Stand zu setzen, dieLandeSgescha sie leiten zu können. Zu gleicherZeit wardauch eine allgemeine Untersuchung der Aemter, des-gleichen des Zoll- und AcciseweftnS vorgenommen; fer-ner wurden auch die Etats gehörig eingerichtet, so daßAlles genau in den Zustand der Ordnung kam, wieFriedrich Wilhelm der Erste die Einrichtung zuhaben wünschte, und er seinen Verwaltungsplan zumGrunde gelegt hatte. Die Staatswirthschaft, nachdieser Verwaltung geführt, zeigte bald gefüllte Kassen,so daß dieser Monarch die Schulden seines Vaters,König Friedrichs des Ersten bezahlen, und feineArmee vergrößern und auf einen so musterhaften Fußsehen konnte, den keine Europäische Macht bei ih-ren Heeren einzuführen im Stande war, er konnteFestungen, wie Wesel, Magdeburg und Stettin, inVertheidignngszustand setzen, Kirchen, Schulen undPrivatgebäude errichten rc.; siehe unter Staats-wirthschafk. — Friedrich der Große, der denCharakter und die Regierungsweise seines Großvaters,des Königs Friedrich des Ersten sehr scharf inden Neruoires i'our serviv u I'Iüstoirs 60 lu