Staatsverwaltung. 719
erhielten die genannten Zweige schon damals eine Aus.bildung, welche dem Preußischen Staate einen Glanzverlieh, dessen Widerschein auch von denjenigenVölkern empfunden wurde, die sich in den genanntenZweigen für die ersten und auögebildetsten halten, undderen Urtheil immer als entscheidend darin angenom«men wurde, und dieses war nun Wirkung der libera«len Verwaltung, des nirgends Drückenden und Been.genden. Die öffentliche Meinung, wenn gleich seit1789 von.politischen Wirbelwinden umgeben, verfolgtedennoch in ihrer Richtung nur die eigenen Zwecke desStaats in Erweckung des Heroismus durch Erinne.rungen an die Thaten der Vorfahren. —Der Unglück«lich geführte Krieg von 1806, und die Invasion derFranzosen zerstörten schnell die geträumte fernere Er«Hebung des StaatS durch die Ausbildung aller Zweigeder StaatSwirthschast. Die Wiedergeburt des StaaiSdurch die Gewalt der Waffen, würdig der alten Zeit,erweckten zu neuen Anstrengungen und Thätigkeit, umdas Unterbrochene und Verlassene wiederaufzurichten;und die neu eingeführte Verfassung und Verwaltung,worin auch die Provinzial-Landstände wieder Platz ge.nommen haben, desselben, reihen sich, wenn gleichnicht in der Form, doch im Geiste an die alte an, undso erhob sich von Neuem der Preußische Staat, wieder Phönix aus seiner Asche, und Künste, Wissen-schaften, Gewerbe und Handel, durch eine zweckmä-ßige Verwaltung unterstützt, bahnten sich von neuemden Weg zur höchsten Stufe, wozu besonders dervon 1815 an erhaltene Frieden durch unseren allesGute pflegenden und beschützenden Monarchen Frie.brich Wilhelm den Dritten, auch das Seinigebeiträgt. — In dem Geist der Staatsverwaltung liegt»och immer jene Liberalität und Humanität, welcheihn seit Friedrichs des Großen Zeiten auszeich-nete, wenn gleich durch dieZeitverhältnisse manche po-