Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
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76 Staatsverwaltung.

gelte, und dieser in Champagne-einzubrechen drohkte;so ergriffen alle Reichsstände von Frankreich die Waf-fen zur Unterstützung Ludwigs gegen den Kaiser,und dieser Monarch sah sich bald an der Spitze einesHeeres von 200,000 Mann, und der Kaiser wagte esnicht Frankreich anzugreifen; als aber Ludwig seineArmee gegen den König von England, als Herzog vonder Normandie führen wollte, so sah er sich genöthi-get, hiervon abzustehen, weil alle Reichsstände ihn so-gleich verließen, weil sie ihn nicht gegen einen Reichs-stand aus ihrer Mitte unterstützen und zur Unter-drückung ihrer eigenen Vasallenrechte beitragen woll-ten. Uebrigcns spielte der oben erwähnte Minister S u-ger eine wichtige Rolle in der Staatsverwaltung derbeiden Ludwigs, des Sechsten und Siebenten,die er mit solcher Klugheit leitete, daß daraus fürFrankreich große Vortheile erwuchsen; nur erst nachseinem Tode beging Ludwig den Fehler, daß er seineGemahlin Eleonore» verließ, durch die er Guienneund Poitou mit der Krone hätte vereinigen können;sie vermählte sich wieder an König Heinrich denZweiten von England, brachte ihm ihre Länder zu,und machte ihn auch dadurch zu einem mächtigen Va-sallen in Frankreich. Die Folgen vonSugers klugerVerwaltung, die Macht seines Königö zu ver-mehren, zeigten sich erst deutlich unter den folgendenRegierungen. So benutzte König PhilippAugust,einer der thätigsten und weisesten Regenten Frank-reichs, die unglückliche Lage des Königö von EnglandJohann ohne Land, bemächtigte sich einesgroßen Theils seiner Staaten in Frankreich und ver-einigte sie mit der Krone; auch züchtigte er verschie-dene Andere von seinen Vasallen, z. B. den Grafenvon Flandern, erwarb sich noch verschiedene andereProvinzen, und sicherte seine Krone in einem solchenGrade, daß er es nicht einmal für nöthig fand, seinen