Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
79
JPEG-Download
 

Staatsverwaltung. 79

loren gehe, dadurch, daß er die durch sie verübte Ge-walcthätigkeiten gegen das Volk, mit der Entziehungder irdischen Güter, das heißt, ihrer amtlichen Be,sitzungen und Einkünfte, bestrafte. Er beschrankte dasMünzrecht, welches bis zu seiner Zeit viele Vasallenausübten, und hob daö Gesetz auf, nach welchem injedem Testamente der Kirche ein Legat ausgesetztwerden müsse. Der Nachfolger Ludwigs des Hei.ligen, sein ältester Sohn Philipp der Dritte,mit dem Beinamen der Kühne, suchte daö König,liehe Ansehen noch mehr zu erweitern, indem er ver«schiedene Länder an seine Krone brachte. Merkwür.dig unter seiner Staatsverwaltung sind die Adelsbriefe,die er zuerst 1272 ertheilte, und welche zwei Absichtenverrathen: erstlich, um seine geschwächten Finanzen zuheben, indem diese Adelöbriefe erkauft werden oder diedamit Begnadigten dafür eine gewisse Summe entrich-ten mußten, und zweitens suchte er dadurch das Anse-hen der Barone, überhaupt des nicht privilegirten Adelszu schwächen, indem ihm diese neu geschaffenen Edel-leute, überhaupt der Briefadel, ergeben war und seinInteresse beförderte; auch entspann sich nun eine ge-wisse Eifersucht zwischen dem nicht privilegirten oderalten (l^oftl6886 <1v und dem privilegirten

oder neuen Adel (Rolilcrsso <Ie lVmssance), indemErsterer in Allem den Vorzug haben wollte. SeinSohn und Nachfolger Philipp der Vierte, mitdem Beinamen der Schöne, fetzte das von feinemGroßvater Ludwig dem Heiligen so glücklich insWerk gefetzte Verwaltungsfvstem fort. Er bekämpftedie immer noch ansehnliche Macht seiner Stände, be-sonders die Grafen von Flandern, ging siegreich auöeinem harten Streite mit dem Pabste hervor; setztefest, daß die Apanagen nach Abgang der männl.iche«Erben wieder an die Krone fallen sollten; vermehrtesein klingendes Geld durch Herabsetzung der Münze,