Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
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Staatsverwaltung. 87

rung: daß die Erhebung von Steuern nur mit Zu-stimmung der Nation Statt finden könne; auch such-ten sie zugleich die Ausgaben des Königs zu beschrän-ken, und über die etwaigen Überschüsse zu verfügen.Man gewahrt hieraus schon die Grundzüge des gegen-wärtigen Staats-Budgets in der Deputirtenkammer.Und als Karl, als Dauphin und General-Statthalter,wahrend der Gefangenschaft seines Vaters, sich derStaatsverwaltung unterzog, und während dieser Ver-waltung die Reichsstände zusammen berief, um vonihnen gleichfalls Unterstützung zur Fortsetzung desKrieges zu verlangen, so ward er genöthiget, sieaufzu-lösen, da sie in seine Forderungen nicht willigen woll-ten, und eine zweite Berufung der Stände im Jahre1357 hatte nur in so fern einen glücklichen Erfolg fürden Regenten, daß er in die harten Bedingungen wil-ligte, die ihm die Stände vorschrieben, nämlich:1) eine strenge Untersuchung der vom Volke vorge-brachten Beschwerden, und 2) eine Aenderung der ad-ministrativen Gewalt, die sich bis dahin in den Hän-den der Minister und Scaacsräthe befand, in so weit,daß man statt dieser hohen Beamten eine gewisse Anzahlvon Deputirken aus den drei Ständen gewählt habenwollte; und nur erst nach Annahme dieser Bedingun-gen, erhielt der Regent Hülfsgelder zur Fortsetzungdes Krieges. Aber auch die Gewährung dieser Be-dingungen genügte nicht; denn bald brach ein Geistder Anarchie über ganz Frankreich aus, der noch da-durch genährt wurde, daß der Regent in der dringend-sten Noth sich mit der Verfälschung der Münze hattehelfen wollen; er war daher genöthiget, bei dem Auf-ruhr der Pariser nach Compiegne zu entfliehen, unddaselbst im Jahre 1358 die Stände der Provinz zu-sammen zu berufen; diese hoben alle von den Aufrüh-rern gemachten Forderungen auf, bewilligten neue Auf-lagen, und begannen den Kampf gegen die Empörer,