80 Staatsverwaltung.
grausam, sobald es sein Vortheil erforderte, und auf-merksam auf die kleinste Gelegenheit seine Größe zuvermehren. Er brach die Gewalt der FranzösischenGroßen, indem er Einige durch öffentliche Kriege be-siegte, Andere durch Meuchelmord hinrichten ließ, odersie durch ihre eigene Uneinigkeit aufzureiben suchte.Er suchte die Großen seines Reichs dadurch zu demü-thigen, daß er Leute von der niedrigsten Herkunft zuden ersten Staatsämtern erhob, und Geschäftsleuteaus denkdritten Stande, besonders Kaufleute, zu seinerTafel zog, um sich mit ihnen über Handel und Ge-werbe zu unterhalten, um daraus Vortheile für dieStaatsverwaltung zu ziehen. Er griff die kostbarstenVorrechte seiner Vasallen an, verfolgte diejenigen,welche sich gegen ihn auflehnten mit einer bisher ge-gen Personen ihres Standes nie gebrauchten Strenge,vergrößerte die Auflagen, die sein Vater zum erstenMale ohne Zuziehung der Stände gemacht hatte, an-sehnlich, sah sich dadurch im Stande ein ansehnlichesstehendes Heer zu halten, und wußte durch seine<sraatsklugheic sich zum Herren von allen National-Versammlungen zu machen und sie nach seinem Wil-len zu lenken." — Dieses entworfene Bild des inRede stehenden Herrschers kommt mit den Charakte-ristiken von andern Schriftstellern mehr oder wenigerüberein. Sein steter Begleiter und Vollstrecker sei-ner Befehle war der Scharfrichter Tristan de lHer-«inte, und so befand sich auch ein Sterndeuter inseiner Gesellschaft. Die Staatsverwaltung gewanndurch ihn ungemein, indem er eine strenge Verwal-tung der Finanzen anordnete; überall in seinem Reicheeine gleiche Handhabung der Gesetze befahl, auch sieda, wo sie unverständlich erschienen, erläutern oder siedurch fremde bessere Gesetze vervollkommnen ließ; ererrichtete zuerst eine Art Post, hob den Handel unddie Gewerbe, und vergrößerte und verbesserte das von