Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
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Staatsverwaltung. 9l

seinem Vater errichtete stehende Heer. Er vergrößertezwar die Abgaben, wie auch schon oben erwähnt wor-den ; allein er wußte sie auch zu Zeiten, wo eö in sei-nem Interesse lag, sich die Gunst des Volks zu erhal-ten, zu vermindern, ja er gab denjenigen Kreisen,welche Mangel litten, oder durch andere widrige Er-eignisse herunter gekommen waren, vieljährige Freihei-ten, selbst von alteren Abgaben. Wie richtig er hierin seiner Politik verfuhr, beweiset die immerwährendeZerstörung der Pläne, der sich gegen ihn verbundenenGroßen unter dem Namen: „Bund der öffent«lichenWohlfahrt Inen pudliv); in-

dem er sich dabei auf das Volk stützte. So ließ Lud-wig während des Waffenstillstandes, den er mit seinemBruder, dem Herzoge Karl von Berry, und demHerzoge von Bretagne, FranzdemZweiten, ein«ging, die Reichsstände nach Tours zusammen berufen,damit sie über seine Streitigkeiten mit den genannte^beiden Fürsten entscheiden sollten; daß diese Entscheiddüng zu seinen Gunsten ausfallen würde, wußte er,da er es schon vorher eingeleitet hatte, daß des VolkesVortheil mit dem der Krone genau verbunden sey,und so ward denn auch das Urtheil so gefällt, daß dieFürsten Unrecht erhielten, und jeder Widerspruch der-selben, als der allgemeinen Wohlfahrt nachtheilig er-klärt wurde, indem Vasallen nie befugt seyen, denRechten der Krone und des Volks zu nahe zu treten.Ueberhaupt wußte dieser Herrscher seine Widersachersehr gut zu bekämpfen, indem er Zwietracht zwischensie brachte, die bravsten in sein Interesse zu ziehenwußte, indem er sich mit ihnen einzeln verglich, unddie Andern durch alle nur mögliche Kunstgriffe zuGrunde richtete; aber besonders dadurch, daß er ihr?Freunde und Diener von ihnen abwendig machte.Wenn ihm Geld fehlte, so borgte er von seinen Beam-ten große Summen, und entließ diejenigen sogleich