Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
97
JPEG-Download
 

Staatsverwaltung. V7

KönigeH einrich demVierten vonNavarra,nach-dem er zur katholischen Religion übergegangen war,sich des Throns zu bemächtigen und Navarra mirFrankreich zu vereinigen. Unter diesem Monarchenstand Sully an der Spitze der Staatsverwaltung,und was dieser Minister hierin gewirkt hat, das istschon Th. 165, S. 685 u. f., angeführt worden, woman S. 686 den eigenen Brief von Sully an dieKönigin-Regentin Maria von Medicis findet,in welchem er derselben seine Leistungen während derRegierung ihres Gemahls, Heinrichs des Vier»ten, auseinander setzt. Unter dem genannten Mo»narchen trat zuerst wieder eine gewisse Ruhe nach sovielen äußeren und innern Kämpfen ein, wodurch sichdie Gewerbe und der Handel, die Wissenschaften undKünste erheben konnten, wozu derselbe und seinin seinem Sinne wirkender Minister Sully Allesaufboten, indem sie jede zweckmäßige Unternehmungreichlich unterstützten. Auch widersetzte sich Heinrichstets der Einführung des Tridentinischen Conciliumsmit aller Kraft; er vertrieb auch die Jesuiten ausFrankreich, hob aber dieses Edikt wieder auf, so daßsie wieder zurückkehren konnten. Die unglücklicheninnern Kriege hatten Frankreichs Regierungsformförmlich verwirrt; denn nicht das Recht, sondern dieWaffen gaben einem Jeden, der der Stärkste war, dieGewalt, die er haben wollte; dadurch hatten auch dieKönige die Eigenmächtigkeit erhalten, und deshalbhüteten sie sich, sie durch eine Versammlung der Reichs-stände wieder aufs Spiel zu setzen; denn wenn sie jaVersammlungen der Nation zusammenriefen, welchesbesonders wegen neuer Auflagen geschah , so waren esVersammlungen der Notablen, dergleichen Heinrichder Vierte zu Rouen hielt, zu denen damals einJeder gelassen wurde, der ein Mann von Standewar. — Die Staatsverwaltung unter Ludwig demGec. tech. Enc. Lh. 6I»XVI. G