Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
98
JPEG-Download
 

98 Staatsverwaltung.

Dreizehnten, welcher im Jahre 1610 als ein neun-jähriger junger Fürst zum Throne gelangte, ihn abererst im Jahre 1614 als volljährig oder reif dazu ein-nahm, indem seine Mutter, die Königin Maria vonMediciS, als Regentin, den Zügel der Regierungwahrend seiner Minorennität führte, fangt erst unterdem Kardinal Richelieu als Mitglied des StaakS-rachs 1624, und als Premier. Minister 1629 an sichzumVortheileFrankreichs auszuzeichnen; denn nicht nursuchte dieser Minister Frankreich im Auslande Anse-hen zu verschaffen und seine Macht fest zu begründen,sondern er hob auch die Verwaltung im Innern durchviele gute Einrichtungen, obgleich der Staat unterihm auch eine große Last von Abgaben tragen mußte.Er versammelte daher zu Paris die Notablen, umdem schlimmen Zustand der Staatskasse abzuhelfen,und wieder einen ErsparungSfondS auszumitteln, derdurch die innern Kriege erschöpft worden, und wozuer selbst aus seinen Einkünften beitrug. Er verbesserteferner die Polizei, errichtete eine besondere Gerichts-kammer kür die Falschmünzer und Wechselverfälscher,brachte einen Handelsvertrag mit dem Kaiser vonMarokko zu Stande; sorgte für diejenigen Edelleute,welche sich im Dienste des StaatS besonders ausge«zeichnet hatten, obgleich er die Großen auf jede Weisezu unterdrücken und sie dem Monarchen zu unterwer-fen suchte; verschönerte Paris durch schöne Bauwerke,wie z. B. das Palais.Royal, die Gebäude und Kircheder Sorbonne rc.; verwandelte das Schloß von Win-erster in ein JnvalidenhauS für verstümmelte zumDienste unfähige Krieger; erhob, außer per schon er-wähnten Baukunst, die übrigen Künste und Wissen-schaften; denn er stiftete die Französische Akademie,die Königliche Druckerey, den botanischen Garten zuParis, ein Institut zum Unterrichte des Adels, inwelchem zwanzig arme Edelleute frei studiren könn-