1«0 Staatsverwaltung.
General-Verwalter der Finanzen entlassen mußte; in-dessen wurden die Unruhen hierdurch nicht vermindert,ja sie wurden noch dadurch vergrößert, daß die Re-gentin den Präsidenten Potier und den ParlamentS-raih Br>oussel verhaften ließ, die Beide von dem Volkeaus ihrem Kecker befreiet wurden. Dieses veranlaßte,daß die Regentschaft sogleich die Abgaben um zwölfMillionen verminderte, und auch noch andere Abhül-fen in der Verwaltung versprach. Da aber die Em-pörungen dadurch nicht gedämpft wurden, sondern sichmehrere Großen an das Parlament und Volk an-schlössen, welche Verbindung man die Fronde(Schleuder) nannte, und ihre Mitglieder Frondi-sten (Schleudrer), und diese Unruhen dadurch ver-mehrt wurden, daß die Prinzen Cond6 und Conti,und der Herzog von Longueville gefangen genom-men und nach Havre gebracht wurden, und der Her-zog Gaston von OrleanS die Parrhei der Prin-zen nahm, so sah sichMazarin genöthiget, um nichtdas Königliche Ansehen den Angriffen der Empörerauszusehen, da davon auch schon die ansehnlichstenProvinzialstädce angesteckt waren, seine» Posten zumersten Male zu verlassen, auf den ihn Ludwig derDreizehnte selbst berufen hatte, indem er diesemMonarchen noch auf dem Sterbebette angeloben» mußte, sich nie der Sorge des Staats zu entziehen;und um ihn noch fester an das Interesse seines Soh-nes zu knüpfen, so ernannte er ihn noch vor seinemTode zum Premier.Minister. Er reifere am 6ten Fe-bruar 1651 von vierhundert Reitern begleitet ab, undum zu beweisen, daß seine Macht auch noch in seinerEntfernung fortdauere, so befreiete er bei seinemDurchzuge durch Havre de Grace die gefangenen Prin-zen, die man aus dem Schlosse von Vincennes dahingebracht hatte. Wie sehr Mazarin im Auslandegeschäht wurde, beweisen die Anerbietungen der Deut-