Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
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1VL Staatsverwaltung.

geben, so ersuchte sie die Spanier um Hülfe, welcheihr auch den Herzog von Lothringen mit einerArmee überschickten. In Paris wüthete der Bür-gerkrieg. Die Aufrührer verwüsteten den Pallast unddas Rathhaus unter dem Vorwande, daß sich darinAnhänger von Mazar in befänden. Da nun der Kar-dinal gewahrte, daß mit Güte über die aufgeregtenGemüther nichts auszurichten sey, ja daß die Empö-rung schon aufs Aeußerste getrieben worden, so ließ er dieverbundenen Prinzen, die Häupter der Fronde, durchden Maschall Tü renne unter den Mauern von Pa-ris, bei der Vorstadt St. Antoine angreifen, wo eineder mörderifchten Schlachten geliefert wurde, inwelcher der Prinz vonCond« Alles aufbot, um dieAnstrengung der Angreifer zu unterhalten, währendder König und der Kardinal diesem mörderischenKampfe von einem Berge vor Paris zusahen. Nachdiesem Kampfe kam es zu Unterhandlungen, aber miteben so wenig Erfolg, als vorher, so daß der Kardi-nal auf den Rath des Königs beschloß, zum zweitenMale Frankreich zu verlassen, um den Mißvergnügtenden Vorwand dieses grausamen Kampfes zu entziehen.In dieser Absicht übergab er sein Amt als erster Mi-nister dem Prinzen Thomas von Savoyen, oder erwählte ihn vielmehr zu seinem Vertrauten und zu demOrgane seiner Beschließungen, und gab ihm den Gra-fen Servient, le Tellier, und den Abt Ondedei,nachherigen Bischof von Frejus, als Gehülfen imMinisterium, und als er dem Könige noch eine beson-dere Unterweisung zum Besten des Staats gegebenhatte, verließ er Pontoise, und begab sich nach Bouil-lon, während er feinen Geist am Hofe zu regieren unddie Seele des Geheimen Rathes zu seyn hinterließ;und wirklich bewirkte er durch die enge Verbindung,die er mit dem Hofe unterhielt, daß die Frondegeschwächt und zuleht vernichtet, ganz Frankreich