Staatsverwaltung. 103
Condö, dieFrauen von Chevreuse, von Mom-bazon rc. rc. Er überwand sie, indem er sie auf einegeschickteArt entzweiete, so daß Einer über den Anderneifersüchtig wurde, und diese Zwietracht zur Trennungder Verbündeten zu seinem Vortheile Veranlassunggab. Bis zum Jahre 1661 hatte nun die Verwal-tung Mazarinö gedauert, von da ab übernahm nunder zweiundzwanzigjährige Ludwig die Regierungnach dem Rathe seines verstorbenen Ministers allein,und mit einer Kraft, die Alles in Staunen setzte. Zuerstwieg er in der Staatsverwaltung jedem Minister seinenbestimmten Wirkungskreis an, untersuchte dann dieFinanzen, und ließ den General-Verwalter derselben,Fouquet, ins Gefängniß setzen; auch ließ er einegenaue Nachforschung über die Aufführung aller der.jenigen anstellen, welche öffentliche Kassen verwaltetund sich dabei bereichert hakten. Nachdem er sie aufdiese Weise sämmtlich in Schrecken gesetzt, fand er inseinen-Kassen unglaubliche Reichthümer. Er übertrugdann die Verwaltung der Finanzen dem von der Na-tion verehrten Colbert. Ferner wurden alle Brom-ten strenge auf ihre Pflichten verwiesen, und ihnen an-gedeutet, daß sie sollten bei Vernachlässigung derselbenzur Rechenschaft gezogen werden; dieses betraf nichtnur die CentrabVerwaltung des Staats, sondernauch die Provinzial-Verwaltungen; denn in Letzterebrachte er ein neues Leben. Der Handel wurde durchVerträge mit auswärtigen Mächten, namentlich mitHolland und England, gehoben; er kaufte Dünkirchen,machte mit dem Herzoge von Lothringen ein Bünd-niß, wodurch der Herzog Lothringen mit andern Be-sitzungen in Frankreich unter der Bedingung vertauschte,daß, nachdem die Bourbonische Linie erloschen seynwürde, seine Nachkommen auf dem Throne folgensollten. Einige Zeit darauf, wollte der Herzog den mitdem Könige eingegangenen Vertrag brechen; allein