Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
106
JPEG-Download
 

106 Staatsverwaltung.

Letzterer verstand hierin keinen Bruch und zwangden Herzog ihm Marsal abzutreten. Auch suchte ergleich im Anfange seiner Selbstregierung sich Achtungim Auslande zu erwerben; denn im Jahre 1662 ent-stand zu London ein Rangstreit zwischen dem Spani-schen und Französischen Gesandten bei dem öffentlichenEinzüge des Schwedischen Gesandten Grasen Brahe,wo der Wagen des Französischen Gesandten mit Ge-walt genöthiget wurde zurück zu fahren. Dem viel-leicht durch diese Mißhelligkeit entstandenen Kriegewurde dadurch vorgebeugt, daß der König von Spa-nien dem Könige von Frankreich dadurch Genug-thuung gab, daß seine Gesandten niemals denjenigenFeierlichkeiten beiwohnen sollten, wo die FranzösischenGesandten zugegen wären, welches nachher die Fran-zosen so auslegten, daß Spanien dadurch erklärt habe,baß zu allen Zeiten und an allen Orten die Gesandtender allerchristlichen Majestät den Vorrang habensollten. Auch in demselben oben genannte^ Jahreerhielt der Herzog von Crequi, Gesandter Frank-reichs beim Pabste zu Rom, eine Beschimpfungvon der dörfischen Leibwache, worüber der Königseine Empfindlichkeit in einem solchen Grade gegenden heiligen Vater bezeugte, daß er Avignon in Besitznahm; indessen wurden diese Streitigkeiten zu Pisa,durch bieVermittelung deöGroßherzogS vonToökana,beigelegt, und der Pabst sandte eine prachtvolle Gesandt-schaft nach Paris, um dem Könige dieserhalb seinenaufrichtigen Beileid zu bezeigen. In seinen größ-tenteils glücklich geführten Kriegen, brachte er nichtnur viele fremde Länder an sein Reich, sondern erhobauch seine Militärmacht zu einer der bedeutendstenvon Europa, die ein Vorbild als stehendes Heer denandern Staaten wurde, so wie auch seine Befesti-gungskunst. Wie groß das Ansehen dieses Monarchendurch seine glücklich geführten Kriege gestiegen war,