Staatsverwaltung. L11
geübt haben. Daß ihre Macht nach dem Zustande desRegenten sich oft über die Gebühr erhob, oft aber auchwieder gegen dieVerfassung unterdrückt wurde, so daßnur in seltenen Fällen der rechte Mittelweg zwischenRegenten und Volk in ihrer Verwaltung gehaltenwerden konnte, ist schon unter Staatsverbrechen,Th. 165, S. 46? u. f., angeführt worden Ein gleichesVerhältniß waltete zwischen den ehemaligen Premier-Ministern und den Herrschern ob; denn Erstere rissenoft die ganze Königliche Gewalt an sich, und verfuhrenganz willkührlich in der Staatsverwaltung, weil Allesvon ihnen ausging und abhing. Sie drückten oft dieNation durch unerhörte Auflagen, um die entworfenenPläne zu ihrem Ruhme und Ansehen durchzuführen,bedienten sich oft gewaltsamer Mittel um das lauteMurren der Nation zu unterdrücken, wenigstens dereinflußreichen Personen aufdas Volk, und erkauften sichdurch reichliche Unterstützung der Wissenschaften undKünste, oft nur scheinbar als Mecäen derselben, dieStimme der Schriftsteller zu Gunsten ihrer Vermal»rung; daher wird oft die gepriesene Verwaltung einesPremier-Ministers in Frankreich verdächtig, ob seinWirken auf den Staat zu dessen Flore wirklich so war,als eö die Federn der Schriftsteller ankündigen.Sully, Richelieu, Mazarin, Fouguet, Col-bert waren große Beschützer der Wissenschaften undKünste; doch in ihrer Verwaltung in Beziehung aufdie wahren Verhältnisse des Staats, auf Ackerbau,Gewerbe und Handel, auf die gute Einrichtung derFinanzen w., war ihr Wicken sehr verschieden, indemder Eine der genannten Minister mehr auf die innernVerhältnisse deö Staats seine Sorge ausdehnte, dieFinanzen durch eine gut geführte SkaakSwirthfchaftordnete, und dadurch Ackerbau, Gewerbe, Handel,Künste und Wissenschaften belebte, wie Sully undColbert; der Andere mehr das äußere Ansehen des