Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
122
JPEG-Download
 

122 Staatsverwaltung.

chen die Aufsicht über die Gehölze, Flüstere. anver-traut war, und nochmehrereandere Gerichte; s. unten.Diese große Ausdehnung in der Erhebung der Finanzenund die künstliche Quellen-Eröffnung erzeugten Ver-worrenheit und Verwickelungen in dem Geschäfts-gänge dieses Zweiges, so daß der Monarch nie einenrichtigen Ueberblick desselben erhalten konnte, also auchnie genau den Zustand der Finanzen erfuhr und denDruck, worunter die Unterthanen seufzten; denn so oftder König Geld lieh, verkaufte er, den LandeSgesehengemäß, eine verhältnißmäßige Rente an die Darleiher,und diese ward auf gewisse Königliche Einkünfte an-gewiesen. Da nun dieses unter den letzten drei König-lichen Regierungen wegen der Kriege und großen Aus-gaben des Hofes sehr oft geschah, so mußte der Staatin große, das Land drückende Schulden gerathen;denn die Zinsen der Staatsschulden machten allein ander gesammten sogenannten oder Landes-

unkosten aus, welche auf den Königlichen Einkünftenhafteten, die jährlich nachNeckerS Angabe in seinemWerke; „cks 1 ^dmimslration des kinunces" an570 Millionen Livree betrugen, und theils Theile desKöniglichen Schatzes (kurtirre ckn Iresor rozsl),theils Landeökosten waren. Die Landes-

kosten waren nämlich auf die verschiedenen Hauptein-nahmen angewiesen, und die Einnehmer warfen diedazu bestimmten Summen in die für die Ausgabenbestimmten Kassen, und was nun nach Abzug der Be-streitungen aller Kosten des Landes übrig blieb, wurdein die Königliche Schatzkammer gelegt, und bildete denKöniglichen Schatz, der von dem General-Intendan-ten der Finanzen verwaltet wurde, und den Fonds zuallen Staatsausgaben abgab. Durch die übermäßigenAusgaben kam es nun, daß im Jahre 1787 die Aus-gaben die Einnahmen um 180 Millionen, und 1788sogar um 187 Millionen überstiegen, die trotz den vor-