138 Staatsverwaltung.
lesen, ja oft umarbeiten, ehe sie ihren Namen unter-zeichnen konnten. Diese große Ueberlastung mit Ar,beiten fanden vornämlich in drei Departements, derauswärtigen Angelegenheiten, der allgemeinen Polizeiund derFinanzen, Statt; daher gabauch Merlin vonDouai seine Stelle als Polizeiminister wieder auf.Jeden Morgen mußten die Minister, in vorherbestimm-ten Stunden, in ihrer StaatStracht zur Audienz beidem Direktorium fahren, und in den Sitzungen beste!-den Bericht über ihr Departement abstatten, ihrenChefs Regierungsbeschlüsse zur Genehmigung vorle-gen, und bann gemeinschaftlich mit den Direktoren,welche ihren einzelnen Fächern vorstehen, arbeiten.Eine große Erschwerung der AmtSverhältnisse der Mi-nister war nun noch, daß es bei den Untergebenenihrer Büreaus, unter vielen vortrefflichen Köpfen undArbeitern, auch mehrere sehr unbehülflicbe, ja krasseIgnoranten gab, welche Fehler über Fehler begingen,so daß hier die Minister noch genöthiget waren, dasSchulmeisteramt zu versehen, und sie über diesen oderjenen Gegenstand erst belehren mußten. Obgleich manvon der einen Seite die Verwaltung aller oberstenStaatsbeamten als der republikanischen Verfassungangemessen pries, so wurden doch auch von der an-dern Klagen über dieselbe laut, so z. B. über denlangsamen Geschäftsgang, über Leichtsinn in den Ver-Handlungen, Verspätung der Regierungsbeschlüsse, undTrägheit in der Ausführung der Gesetze. Besonderstrafen diese Vorwürfe die Minister in Rücksicht dereigenen Wahl ihrer Chefs in den Büreaus, und in de-ren verschiedenen Divisionen und Sektionen; er traf dienicht ganz zweckmäßige Einrichtung dieser Bureaus,und dann die Unwissenheit, Unordnung, Trägheit undBestechlichkeit sehr vieler Arbeiter, von den Büreausder Minister an bis zu den untergeordneten Vermal-lungen herab. Bei dem Ruine der Finanzen waren