Staatsverwaltung. 137
Dejean und Foucho; der Letztere war viermal Po-lizeiminister.
Uebersicht man nun die Staatsverwaltung des con-siitukionellen Frankreichs nach einem so mißlichenStande der Minister oderHaupt-StaatSverwalter, de.ren Bestehen sich bloß auf die Majorität in derDepu-tirtenkammer und auf rednerische Talente gründet;überblickt man den Wechsel des Ministeriums nur seitdem Jahre 1830 bis jetzt, in welchem Zeitraume erfunfzehnmal geschehen ist, so wird man leicht darnachdie Staatsverwaltung beurtheilen können, die doch indiesem Wechsel den jedesmaligen Neuerungen unter-liegt, und den vorherrschenden Ansichten huldigen muß.Wie wenig bei einem solchen Verfahren die Nation inallen betheiligten Fallen berücksichtiget werden kann,wo es nur von der glücklichen Verfechtung der Mei-nungen Einzelner abhängt, ist leicht einzusehen, da eshier nicht auf eine ruhige Ueberlegung und Berücksich-tigung aller Partheien zu einem Ganzen in der Ver-Wallung ankommt, sondern nur auf eine Ueberfluthungder verschiedenen Ansichten und Meinungen durch einekünstlich gestellte Rede, die sich den lauten Beifall derMehrheit versichert, und hierdurch wird hier oft das un-möglich scheinende gewonnen. Ein Ministerium kannsich daher nicht lange bei einer solchen StaatSverfas-sung erhalten, wenn es nicht tüchtige Redner unterseinen Mitgliedern zählt, und der Präsident des Mini-sterraths selbst ein tüchtiger Redner ist; denn die par-lamentarische Beredsamkeit ist eine eonstitio süis<zus nou, sagt ein Schriftsteller, für die Stabilitäteines Ministeriums; daher scheiterten auch immer diemeisten Combinationen bei einem neu zu wählendenMinisterium, weil man dazu wohl tüchtige Männer,die allen Aufgaben und Ansprüchen in ihrer Amtöfüh.rung gewachsen waren, fand, denen aber das Talentder Beredsamkeit abging; denn da die Minister immer