LS8 Staatsverwaltung.
eine beredete Opposition in der Deputirtenkammer fin-den, so müssen sie sich auch immer in der Majoritätdieser Kammer zu erhalten suchen, kommen sie in dieMinorität, so sind sie verloren. Dieser Verlust in derAuflösung eines Ministeriums würde nun verschmerztwerden können, wenn die Deputirtenkammer immerdaö wahre Interesse des Vaterlandes und der Kroneberücksichtigte, und hieraus die Opposition gegen eineschlechte Verwaltung der Minister hervorginge; daaber diese Kammer auch von Leidenschaften mehr dennzu oft regiert wird, und eS bei den verschiedenen Par-theien darin, als der äußersten Linken, der Rech-ten, dem Cen lrum rc>, nicht an mancherlei Regun-gen und Bewegungen fehlt, die schon zu Scenen seit1830 Veranlassung gegeben haben, die denen gleichkommen, welche in dem Convenke zur Zeit der Repu-blik Statt fanden, wo sich die Repräsentanten der Na-tion einander von der Tribüne stürzten, und wo derberedete LanhuinaiS, den der Schlächter Legen»dre schlug, diesem mit kalter, aber vernichtender Ironiesagte: „Bürger, laßt erst dekretiren, daß ich ein Ochsbin; bann sieht Euch das Recht zu, mich niederzu-schlagen!" so darf man auch auf den Sturz der Mi-nister nicht immer den Bannfluch mit dem Motto le-gen: „Laßt sie fallen; denn sie gefallen uns nicht!"Sie fielen, weil sie einer Parthei mißfielen, weil siemehr für das Vaterland thun wollten, als in der Ab-sicht der sich ihnen entgegenstellenden Opposition lag,und weil sie keinen Redner an der Spitze hatten, derder Opposition gewachsen war, welche die Stimmen-mehrheit für sich erhielt. Daß Auftritte, wie die obenangeführten unter der Republik, auch unter der Re-gierung des jetzigen Königs Ludwig Philipp vor-fielen, beweiset der Auftritt mit dem Conseilpräsiden-ten Casimir Perier in der Sitzung der Deputirten-kammer vom löten August 1831, den man nicht zu