186 Staatsverwaltung-
Sichtung dieser Schriften liegen, um das Unreife undvielleicht zurPublicitat wegen der Regierung sich nichtEignende davon abzusondern. Ju neuester Zeit brin«gen die Zeitschriften die wichtigen Verhandlungen undBeschlüsse auf den Reichstagen zur Sprache, und er«öffnen darüber ein Kampffeld. Auch werden wich-tige Verhandlungen, die zur Entscheidung an dieRegierung gelangen, auf Staatskosten gedruckt.Die etwas stürmischen Scenen auf den ReichstagenSchwedens seit dem Tode Karls des Zwölftenbis zur Regierung Gustavs des Dritten, habensich seit der genannten Regierung nicht wieder er-neuert; wenn auch gleich über die zum Antrage gestell-ten Gegenstände noch tüchtig debaltirt wird, so ge-schieht es doch von der Opposition mit dem nöthigenAnstande, welchen jede parlamentarische Verhandlungverlangt. Daß es bei diesen Verhandlungen nicht auchAntrüge giebt, die wegen ihrer Unhaltbarkeit ack aotagelegt werden müssen, wird man leicht begreifen; alleinalle Anträge von Wichtigkeit gelangen an die Aus-schüsse, und werden von diesen der Gesammtheit derStände zur Berathung vorgelegt, die dann darüber de-battiren. Nach diesem Prüfsteine werden diejenigen,welche in der Minorität der Stimmen bleiben, bei Seitegelegt, und die, welche die Mehrheit erlangen, von demReichstage empfohlen, an die Regierung geschickt.Bei Anträgen von einiger Wichtigkeit, wird ein Be-rathungöausschuß niedergesetzt, um die empfohleneSache zu prüfen, und besteht sie hier die Prüfung, sowird sie mit den nöthigen Bemerkungen, in Beziehungauf Abänderungen, Beschränkungen rc. zurückgegeben.Die Verhandlungen werden dann vom StaakSsecre-taic zur Begutachtung an die verschiedenen Behördengeschickt, die sie nun zergliedernd und prüfend durch-laufen, und über ihren Werth oder Unwerth sich oftbis ins Detail in ihren Berichten auslasten, mit denen