Band 
Hundert sechs und sechzigster Theil, welcher d. Art. Staatsverwaltung bis Staatswirthschaft enth.
Seite
202
JPEG-Download
 

202 Staatsverwaltung.

entbrannte sie von einem furchtbaren Feuer, und dorttraf den Feldherren und hier den Ersten der Rechts-pflege der zerschmetternde Strahl. Wer gab der Staars-krinst und durch sie dem Staate diese Würde? Werhob so mächtig den Brennensinn? Wer beförderte sothatenvoll den Ackerbau? Wer entkräftete das schlei-chende Gift des Lurus? Wer verachtete das Ge-pränge des Hofes, und wer verbreitete eine größereWürde um seine Person und den Thron, den er zierte ?Wer haßte so inniglich alle Formen, deren Geist ent-wichen, und wer gab diesen Formen, erheischte es dieWurde des Staatsoberhauptes, diesen Geist wieder?Friedrich besaß das Genie und das Talent des Kö-nigsamtes; Entschlossenheit zu jeder nützlichen, kühnenund großen That, war das Ausgezeichnete seines Kö-niglichen Charakters; und dieses Gepräge des HohenCharakters trug Friedrichs Staatsverwaltung!

Man hat in Friedrichs des Großen Staats-verwaltung, die man als Muster im achtzehnten Jahr-hunderte aufstellte, und wozu König FriedrichWilhelm der Erste den Grund gelegt und dasGebäude schon aufgeführt hatte, getadelt, daß er dieZahl der Beamten sehrvermehrt habe, besonders im Fi-nanzfache; daß dieses Heer von Beamten nur Aus-sauger des Staats wären, die dem Ackerbaus und denGewerben entzogen würden; man hat es getadelt, daßdieser Monarch in seiner StaatSwirthschaft seit demJahre 1763 an 100 Millionen Rrhlr. dem Volkedurch seine Finanzoperationen entzogen hat, ohne selbstdavon Nuhcn zu haben. Auch Herr von Massen-dach ist dieser Ansicht beigekreten; auch er ist derMeinung, daß dieser Monarch in seiner StaatSver-waltung diese Wahrheit verkannt und dadurch seinemVolke geschadet habe, weil dieses Finanzsystem eineunendliche Anzahl Produktionen im Keime vernichteund die StaatSsöldner vermehre. Allein hier waltetein Irrthum ob, daß nämlich durch diese Operationendem Staate geschadet werde. Friedrich derGroße