Staatsverwaltung. 219
Kammer natürlich mehr Zutrauen hat, als zu demMinisterium, so ist auch die öffentliche Meinung leichtgewonnen, wodurch dann manche gute Entwürfe derMinister, manche heilsame Verbesserungen vernichtetwerden. Hier treten nun einige Schriftsteller auf undsagen: „Es bringe der Verwaltung keinen Schaden,wenn die Minister auf und wieder abtreten müßten,je nachdem sie Talent genug besäßen oder nicht; dennihre Persönlichkeit habe mit der Verwaltung nichts zuthun, diese könne ein anderer talentvollerer wieder indem Sinne fortführen, wie es der Wunsch der Na«tion sey. Nur dann würde das Ausscheiden derselbenfühlbar seyn, wenn es in einem konstitutionellenStaate kein Talent mehr gäbe, sie zu ersehen. DieOpposition lasse sich hier als eine vollständige Behördebetrachten, die Alles verlange, was über StaatSbege«benheiten nur einigermaßen gesagt werden könne; sieerscheine schwachen und unkundigen Menschen zwargefährlich; allein sie sey eine Verherrlichung desRuhmes des Starken und Einsichtsvollen; dennwelcher Ruhm sey nun größer, der über schweigendeZeitgenossen bequem zu regieren, so lange es währte,oder bei einer wachsamen und laut auftretenden Oppo«sition durch persönlichen Charakter und die Gewalt derGründe das Uebergewicht in der öffentlichen Meinungzu behaupten?" — Wenn man durch die Gewalt derGründe Alles erhalten. Alles besiegen könnte, so wäredieses das köstlichste Mittel für alle Monarchen zurBeherrschung ihrer Staaten, und alle Staatsformenkönnten dann füglich in eine gebracht werden; alleinwie wenig man oft mit Gründen ausrichtet, wenn sieauch noch so bündig vorgelegt, noch so lichtvoll undklar auseinander gesetzt werden, haben Herrscher aucherfahren, und so möchte dann doch wohl die physischeMacht nicht ganz hintenan gesetzt werden können, ummanches Zweckmäßige in der Staatsverwaltung durch«