226 Staatsverwaltung.
ziehen und stellen, bald dieses, bald jenes Rad heraus-nehmen und es mit einem andern vertauschen, und soden Gang hemmen, ja oft anhalten. Welche Resul-tate auf die Staatswirthschaft und auf das Volk kön-nen nun aus einer Verwaltung hervorgehen, die immerAenderungen nach den jedesmaligen Ansichten derneuen Minister und andern höher» Beamten erleidet,wo oft der Geschäftsgang wochenlang wegen der neuenBeamtenwahl gehemmt wird, und wo selbst die wäh-lenden Beamten unter sich wegen Ansichten und Mei-nungen, und wegen des zu huldigenden Systems imKampfe liegen und sich nicht vereinigen können, undoft bloß dieserhalb ihre Aemter niederlegen, und lieberin die Deputirtenkammer zu kommen suchen, um sichdann zur Opposition zu schlagen, und diese gegen ihreehemaligen Kollegen zu verstärken. Hieraus ergiebt sichauch der immerwährende Kampf der Regierung mit demVolke oder dessen Repräsentanten, wodurch dann soviele Vertheidigung^ oder Schutzmittel von beidenSeiten in Thätigkeit gesetzt werden, die nicht immerauf legalen Wegen zu erhalten stehen, und wozu auchdie Wahlleitungen und Bestechungen gehören. DieRepräsentanten-Kammern haben immer ihre Stützen,weil sich hier Alles, was Talent und Redegabe besitzt,mit der Opposition vereiniget und diese verstärkt, umder Regierung einen wichtigen Damm entgegen zusetzen. Sie bedürfen weiter keiner Anziehungömittel,um ihre Parthei gegen alle Unternehmungen der Re-gierung, die nicht im Sinne der Karte oder der öffent-lichen Meinung, der Presse, der Opposition sind, zuverstärken und den Abgang zu ersetzen, als nur demTalente die Rednerbühne zu öffnen. Diese hat Reizgenug, um Alles unter ihre Fahnen zu versammeln,alle Kämpfer von Bedeutung zu vereinigen, wenn esNoth thut, und daher entsteht auch die entschiedeneMajorität gegen alle Unternehmungen der Regierung,