Staatsverwaltung. 247
klärt, sagt: „Die jungen Leute (es ist hier nämlich vonKameralisten die Rede) bringen oft, wenn sie von denUniversitäten und andern Instituten in den Staats-dienst kommen, viele Kenntnisse mit, von denen sie nurwenige darin gebrauchen können, und die sie nur zu oftin ihrem neuen Wirkungskreise verwirren und verfüh-ren, mit ihren Kenntnissen zu prahlen, und auf ihre äl-teren Kollegen im Amte, die keine so gelehrte Bildung,aber viele Erfahrungen und Geschäftskenntnisse be-sitzen, mitleidig herabzuschauen, weil sie nicht den O. ue S-nay, Adam Smith, Lüder, Malthuö und An-dere stubirt haben, sich nicht in Systemen vertieft haben,die nur mit vieler Vorsicht theilweise in diesem oderjenem Staate nach seiner Lokalität, seinem Kredite,seinen Geldmitteln, seinem Handel und Gewerben rc.,angewandt werden können, und nur zur Projekten-macherey Veranlassung geben, die den Staat großeSummen kosten." — Indessen ist doch gegenwärtigdie StaatSwirthschafc in ihrem ganzen Umfange mitallen Nebenzweigen zu einer Höhe gestiegen, daß manwohl wünschen muß, daß junge Leute sich diesem Stu-dium mit Ernst auf Universitäten rc. hingeben, umsich theoretisch für den Staatsdienst auszubilden; nurist es nöthig, sie zu warnen, sich auf der praktischenLaufbahn nicht leeren Projekten hinzugeben, und dieTheorien aller Systeme wohl zu prüfen, um Theiledaraus auf diesen oder jenen StaatSzweig anzuwen-den; denn immer bleibt es für einen Staat besser, daseinmal eingeführte System einer guten Staatsökonomieaufrecht zu erhalten, als immer daran zu flicken, undihm bald hier bald da einen neuenZweigaufzupfropse»und es bald mit diesem, bald mit jenem Systeme zuversuchen. — Die älteren Staatsmänner, welche sichfür die Bildung junger Staatsbeamten in mehrerenStaatözweigen, wo UniversitätS-Studien gerade nichterfordert werden, in den BüreauS oder Schreibstuben