Staatsverwaltung. 249
ken schon dafür, daß sie nicht ihren eigenen Weg zugehen versuchen würden; man finde vielmehr, baßjunge wissenschaftlich gebildete Beamten weit lenk»und folgsamer waren, als diejenigen, welche zu demGeschäftsdienste durch die Schreibstuben mechanischausgebildet würden, die oft die größte Halsstarrigkeitbei Annehmung neu einzuführender Formen bezeigten,indem sie allen Neuerungen, die sie aus ihrem gewohn-ten Geleise herausbrächten, abhold wären, und sich we-gen deren Annehmung sträubten. Es ließe sich dahermit den zuerst erwähnten Beamten weit mehr aus-richten, als mit den Letzteren, indem sie weit leichter indie neuen oder verbesserten Formen eingingen. Auchgewöhnten sich die mechanisch-gebildeten Beamten zusehr an ihre Obern, nähmen ganz die Maximen undGewohnheiten derselben an, die sich oft bis auf Klei-nigkeitskrämereien erstreckten, bis auf die Tabaks-dose rc., und wären so eine leibhafte Kopie ihrer Vor-gesetzten, deren Charakter sie ganz durchstudirt hätten,und die sie oft durch Schmeichelung ihrer Schwächenam Gängelbande leiteten, wenigstens wäre dieses Letzetere oft vorgekommen. Verlören sie ihre Chefs, sowaren sie oft unglücklich, ja untröstlich, weil sie sichan die neuen, an deren Einrichtungen gar nicht ge-wöhnen könnten, und daher oft mit ihnen in Wider-spruch lägen, auch sich überall gedrückt und beengtfühlten, und daher ließe es sich auch erklären, daß manin früheren Zeiten mit dem Wechsel eines Ministers,eines Präsidenten oder Geheimen Rathes rc., auch dieUnterbeamten versetzte, damit der neue Chef keine ihmwiderstrebende Parthei in seinem Bureau, Departe-ment rc. finden sollte, und wenn dieses nicht von Sei-ken der Regierung geschah, so suchte es der Chef zubewirken, wohl wissend, daß er mit den alten Beam-ten bei Einführung seiner Grundsätze einen üblenStand haben würde. Dagegen müsse man aber zur