Staatsverwaltung. 281
Privatstand zurückkehrten, woselbst sie sich über ihreEntfernung vom Staatöruder freimüthig auöfprachen.Sie huldigten zwar nicht den neuen Ansichten, gabenwenigen Verbesserungen das Daseyn; allein sie behiel-ten auch unverrückt ein altes, in gutem Geleise sich be-findendes System, mit dem sie allen Gefahren trotzenzu können glaubten, wovon man so viele Beispiele inden Memoiren und Biographien rc. großer Staats-beamten findet. Sie verachteten alle Schmarotzer-pflanzen, die sich nur in die Staatsverwaltung einni-steten, um ihre ausgetrockneten Kanäle mit frischemSafte aufKosten des StaatS anzufüllen, ohne ihm zunützen. Hier eine Vorstellung eines Geheimen Rathsan seinen jungen, von schädlichen Menschen umgebe,nen Fürsten, vom 19ten Februar 1752. Aus demOriginale.
Durchlauchtigster Fürst!
Ich sehe mich durch den Kummer meines Gemüths,der mir recht am Leben nagt, und den ich nlchr aufdie Lange auszuhalten glaube, noch einmal zu einerehrerbietigen Vorstellung bei Ew. Hoch-fürstlichenDurchlaucht genöthigct, mit dem Versprechen, daßdieses die Letzte von dieser Art seyn soll. Der Drangmeines Gewissens, Ew. Durchlaucht bei den gegen-wärtigen bedenklichen Umstanden nicht zu verlassen,hat mich bewogen, den Vorsatz, gegenwärtig mei-nen Dienst niederzulegen, wieder aufzugeben. Ich binnoch nickt so glücklich gewesen Ew. Durchlaucht ganzeGesinnung und Denkungsart über Dero Regierung,über die besondere Einrichtung Ihres Hofes und Haus-halts, und über die schwere Lage mit Ihren Agnatenauf eine Weise zu vernehmen, daß ich denken könnte:Mein Gebieter hat feste Grundsätze, daö ist Sein Sinn,Sein Plan, wornach es gehen soll, ich kenne meinenFürsten. Viele Sachen sind von der Art, daß Ew.Durchlaucht sich auf Ihre Räthe verlassen müssen;denn dieserhalb sind sie da; viele Sachen sind aberauch so, daß es mir vorkommt, Ew« Durchlaucht haben