Staatsverwaltung. 233
von Preußen, auf die zwei Churfürsten, und auf un-sere klugen Projekte, so ist kein Segen und Glück,so geht Alles verkehrt und — wird immer unsere Zucht-rnthe bleiben. Demüthigen wir uns aber unter seineHand, und bitten ihn: Gnade vor Recht ergehen zulassen, so werden wir auch seine Hülfe erfahren, undEw. Durcklaucht werden eine ruhige, glückliche undgesegnete Regierung haben. Ehe aber Gott ins Mitteltritt, und Ew. Durchlaucht die Augen öffnet, so ist'slauter Flickwerk, und wo man eine Wand aufführt,fallen dagegen zehn andere ein. — Ich will mich auchvon jetzt an bei einzelnen Personen oder Begebenheitennicht mehr in so weit aufhalte», daß ich Ew. Durch-laucht mit Vorstellungen deshalb beschwerlich fiele,sondern abwarte», wie es sich ins Ganze anläßt; aberGott desto inbrünstiger anrufen, daß er Ew. Durch-laucht mit seinem Geiste regieren und fähig machenwolle, Schein von Wahrheit, nnd Glanz von Gold juunterscheiden. Meine übrige Freiheit, in Ew. Durch-laucht Angelegenheiten, so oft es von mir gefordertwird, meine Meinung gerade und »»geschmückt zu sa-gen, werde ich mir eher nicht nehmen lassen, nochmich deren selbst begeben, bis Ew. Durchlaucht michschweigen heiße». — Es ist mir gesagt worden: dieArt meines Vertrages wäre chognanl; ich will michauch hierin zu bessern suchen; außerdem, daß ich demEw. Durchlaucht schuldigen und mir tief eingeprägtenRespekt dabei niemals zu nahe getreten, darf ich michdarauf berufen: Ew. Durchlaucht werden allemalmein Herz dabei gefunden habe», das cS treu undredlich mit Ihnen meint. — Ich habe nun noch dieeinzige unterthänigste Bitte zu thun: Wenn Ew. Durch-laucht alle Ihre Umstände nach ihrem Zusammenhange,reiflich überlegt, Gott vorgetragen, und von ihm Lichtund Einsicht, was Sie thun oder lassen sollt», bekom-men haben, so handeln Sie doch auch hernach frei-müthig und fest, damit endlich einmal was Ganzeswird. Verlasse» Sie sich nicht bloß darauf, daß undwas die Räthe machen; hören Sie Jeden an, über-legen Sie selbst die Gründe und Gegengründe, undbefehlen Sie hernach, wie Sie es gethan wissen wol-len. Aber Einen nur immer an den Andern weisen,