Staatsverwaltung. 318
mir ausgebeten hat, noch einige Wochen zu seinemVergnügen hier in Küstrin zu bleiben, so soll Er auchdie Ehre haben, ihn zu allererst als Gast in seinemHause zu bewirthen." Jetzt bückte sich der Kammer-direktor tief und dankte für die Gnade, die ihm der Kö-nig erwies, unerachtet die angekündigte Ehre, die manfreudig dafür annahm, wohl einige Jahre von der Zu-lage wegnehmen mochte. — Erst seit dem Anfangedieses Jahrhunderts sind die eigentlichen Civilverdienst-orden gestiftet worden, womit Napoleon, als Kon-sul Buon aparte, den Anfang machte, indem er denOrden der Ehrenlegion im Mai 1802 stiftete,welcher das Verdienst auszeichnen und belohnen sollte,wo es sich auch finde, im Kriege, in der Staatsverwal-tung, in Wissenschaften, Künsten und Gewerben, imLandbaue rc. Alle sich auszeichnenden Franzosen, inwelchem Fache es auch sey, sollten durch diesen Ordenzu einer Legion vereiniget werden, und so allen Staats-bürgern als Vorbild vorleuchten. Allein Napoleonhatte den Charakter der Nation, die er zu beherrschenanfing, sehr genau studirt; er hatte sehr schlau berech-net, von welchem Nutzen ihm dieser Orden bei seinenEroberungöplänen seyn würde, und daher diese großeAusdehnung des Ordens, die auch den gemeinen Sol-daten nicht ausschloß, sondern ihn gleich fähig machte,wie den General, durch gezeigten Heldenmuth, beson-LerS Unerschrockenheit beim Angriffe und im Kampfe,und Eroberungen feindlicher Feldzeichen rc. in dieseEhrenlegion zu treten, und da mit Ertheilung des Or-dens auch Pensionen verknüpft waren, so war auchder Legionäre auf sein Alter gesichert, mithin war die-ser Orden auch ein mächtiger Hebel, um NapoleonsEroberungssucht zu stützen, und den Soldaten zumKampfe anzufeuern. Er war, wie sich ein Schrift-steller ausdrückt, die Sichel, womit hunderttausendevon Franzosen abgemähet wurden. Hätten die Pen,