Staatsverwaltung. 323
als hatten sie sich alle nach einem Vorbilde gestaltet;allein ihr inneres Wesen ist doch sehr verschieden, undweiset auf ihren eigentlichen Stand der Kultur hin;sie berühren sich daher in der äußeren Form, weichenaber im Inneren oft weit von einander ab. Die-jenige Regierung, die eine Ällmahlige Aufklärung be-fördert, und sie auf alle Theile der Staatsverwaltungund auf alle Staatsbürger weise anzupassen versteht,wird das Ziel der Ausbildung aller Formen erreichen,ohne gewaltsame Veränderungen; denn die Wohlthatder Aufklärung besteht nicht in Verachtung alter For-men, die damals, als sie errichtet wurden, eben soweise waren, als die neuesten, sondern in Verbesserungderselben, nach der steigenden Volkskultur. Der auf.merksame Verfolger der Geschichte wird dieses auchbestätiget finden. Die Menschheit befand sich vor derFranzösischen Revolution in seiner so gefährlichenKrisis, als man angeführt findet; sie war nur überdie bestehenden Verfassungen, Sitten, GeseHe undGebräuche hinweggeeilt, und die Regierungen warenin den meisten Staaten stehen geblieben, sie warengegen das voraneilen ihrer Bürger um beinahe einJahrhundert zurück, statt sie früher immer mitgeschrit-ten waren, wie dieses von den Zeiten Karls desGroßen an geschehen war, wenn man von da abdie Kulturperiode verfolgt. Es waren nur wenige Re-gierungen, welche hierauf geachtet hatten, nur wenigewandelten sich nach dem Geiste ihrer Zeit um, und diees thaten, halten auch den Gewinn voraus, ihrenStaat blühend zu sehen. Ein Schriftsteller sagt:
Die Regierungen mußten hart und drückend wer-den, weil ihre Völker, die sie behenschtcn, eine höhereKultur hatte», als sie selbst. Sie fühlten dieses, undschrien daher über die Aufklärung ihrer Bürger, ohnees über sich zu gewinnen, sich ebenfalls aufzuklaren.Und dadurch das Gleichgewicht zu erhalten, wodurch