324 Staatsverwaltung.
jetzt Druck und Gegendruck In der ganze» gesell«schaftlicheu Einrichtung entstanden ist, welche denStanlsverfastungen ciucn mächtigen Stoß versetzten,der durch die Französische Revolution sich auf alleFächer der Staatsverwaltung erstreckte und das Glückder Bürger auf eine geraume Zeit zerstörte, weil alleherrschenden Kräfte zu wirken aufborten, Unordnungan die Stelle der Ordnung trat, und der ungebildeteTheil der herrschende wurde, indem die Kräfte, dieseine wilden, ungemäßiglen Leidenschastcn sonst imZaume hielten, wirksam zu seyn aufhörten. Gewaltsamepolitische Umwälzungen entstehen daher aus der Un-zufriedenheit des größten Theils einer Nation mit demweniger zahlreichen Theile derselben. Der Grund dieserUnzufriedenheit lag damals in dem scheinbaren Druckeder Regierungen, in dem Drucke der herrschenden, abermit dem Geiste der Zeit nicht mehr vereinbaren An-sichten, und dem Drucke der begüterten und höherenStande der bürgerlichen Gesellschaft. Wenn also diesesAlles im Gleichgewichte wäre, würde kein Druck seyn,keine Unzufriedenheit Stattfinden, uud die Unzufrie-denheit auch keine gewaltsame Umänderung hervorbrin-gen. Wenn nun Vervollkommnung, Bildung und Fort«schreiten im Geiste der Menschheit liegen, und nichtzu verhindern und zu vertilgen sind, sondern durchjeden Gegendruck nur eingeengt, aber auch dadurchgleich einer elastische» Feder stärker werden. Wenn es nuuferner ausgemacht ist, baß verschiedene Einrichtungender bürgerlichen Gesellschaft sich nicht mehr mit demGeiste der Zeit vertragen, so ist auch das beste Mittelder gewaltsamen Revolution entgegen zu wirke», all-mabligc zu befördern, welches Mittel jeder Staatin Handen hat. So änderten mehrere Herrscher dieGesetze ihrer Staaten nach dem Geiste ihter Bürgerum, und diese fanden sich glücklich dabei; und so än-dere eine jede in der Verfassung und Verwaltung das«jenige ab, was jetzt lästig und drückend erscheint, undthut dies eher, als die Menge es den Händen derRegierung entreißt und auf sich bringt, so erhält mandas Alte verbessert und dem Zeitgeisie gemäß gestutztim Geleise. Wo daher die Vernunft unter einer Na-tion mehr gilt, als der blinde Glaube, da setze mau