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bei dem Kriminalprozesse vor. Ein Fürst äußerte sichzu einem Präsidenten, den er eines Kriminal-Prozes-ses wegen rufen ließ, auf folgender Weise: „Ichwünsche nicht, daß in meinem Lande die Justiz denalten Schlendrian gehe, und daß sie nur handwerks-mäßig betrieben werde; denn auf derselben ruht derMenschheit größtes Recht, die Billigkeit. DerRichter soll nicht bloß Richter, sondern auch Menschseyn; er soll das Recht nicht bloß nach dem todtenBuchstaben kennen, sondern es auch fühlen, und nursolche Richter wünsche ich in meinen Gerichtssälenangestellt zusehen; aber nicht solche, die bloß das Rich-teramk übernommen haben, um im Aktenstaube zuwühlen. Ich will denkende Köpfe, nicht Maschinenzum Beurtheilen der Handlungen meiner Unterthanen.Ich will, daß man auf Ursachen und Gründe sehe,warum dieses oder jenes geschehen ist. Der Richtersoll selbst auf der Stelle prüfen, was gleich untersuchtwerden kann. Es gehört wenig dazu, um einzusehen,daß das Verhör eines noch nicht schuldig Befundenendem Verhöre des Schuldigen vorhergehen muß. Washat man für Begriffe von Gerechtigkeit? Besteht sienicht darin, Jedem aufö schnellste zu demjenigen zuverhelfen, was er mit Unrecht verlor? und was kannder Mensch Köstlicheres verlieren, als seine Freiheil?Wenn er sie eine Stunde länger entbehren muß, alsnöthig ist, kann Man diese Stunde ihm ersehen? Ichhabe Sie zum Wächter über die Justiz Ihres Kreisesgesetzt, und verlange auch von Ihnen, daß sie scharfdarauf sehen, daß mein Wille in Erfüllung gehe, unddie Justiz mit Wachsamkeit, Umsicht, Pünktlich-keit und Menschlichkeit administrirt werde; denn dazusind die Richter da, nicht aber um die schändlichenFolianten zu verlängern, die keinem Richterstuhle ihrerDicke wegen Ehre machen. Ich wünsche, daß derEingezogene, von dessen Verwandten mir hier eine