332 Staatsverwaltung.
ihr Gefühl. So lange sie noch leben, müssen sie anden Bedürfnissen nicht leiden, die körperlich erfordertwerden. Ich komme noch einmal auf meinen Wunschzurück, daß meine Gefängnisse nicht allein menschlichereingerichtet seyn, sondern auch Unschuldige, die manim fälschlichen Verdacht hak, so viel möglich, von dieserAhndung befreit bleiben, oder doch wenigstens so kurzeZeit derselben ausgesetzt seyen mögen, als es möglichwäre; und sollte der Raum der die Gefangenen ein«schließt, zu enge seyn, so muß ein neues Gefängnißgebauet werden, wozu ich gern das Geld anweisen las»sen will, ja sollte ich diese Summe selbst aus meinerSchatulle geben; denn eher will ich meine Lieblings«freuden entbehren, als eine so wichtige Angelegenheitder Menschheit nicht ausführen. Auch wünsche ich,daß die Gefangenen nach ihren Verbrechen so viel, alsmöglich, getrennt werden, und nicht der Gebildete mitdem Rohen zusammen komme, oder die bloß verführteUnschuld mit dem wirklichen Laster; denn auch nochhier muß der Werth des Menschen unterschiedenwerden. Man soll bei dem zu erbauenden Hause be-sonders auf die Lage Rücksicht nehmen, damit die un-terirdischen Kerker, welche für diejenigen leider! nokhwen«dig sind, die ihrer Flucht unaufhörlich entgegen arbei-ten, nicht feucht sind. Ich bescheide mich zu gut, daßich den Schutz vor Bösewichtern meinen Unterthanenschuldig bin; allein auch der schwärzeste Bösewicht sollvor jenem allgemeinen Gerichte mich nicht anklagenkönnen, daß ich an ihm die Menschlichkeit verletzthätte. Auch bei der Erbauung dieses neuen Hausessollen nicht alle Gefängnisse in eines verwandelt wer-den; denn Bösewichter mir ehrlichen Menschen unterein Dach zu bringen, schändet schon. Ganz überwieseneVerbrecher und diejenigen, welche sich offenbar einerTheilnahme schuldig gemacht haben, sollen für diesesHaus bestimmt seyn. Dann sollen noch zweierlei Ge«